Wer im Homelab, Home-Office oder in kleineren Unternehmen nach schnellen Zugriffszeiten sucht, kommt irgendwann zu der Idee SSDs statt HDDs. Mit der Synology FS200T bietet der Hersteller eine kompakte FlashStation an, die konsequent auf 2,5-Zoll SATA-SSDs setzt. Das bedeutet: Keine laut rotierenden Festplatten mehr, nahezu lautloser Betrieb und minimale Latenzen bei sämtlichen Aufgaben eines solchen Geräts. Allerdings verbaut Synology als Netzwerkschnittstelle lediglich 2,5-GbE-Ports. In diesem Test schauen wir uns an, warum die CPU-Leistung trotz älterer Architektur positiv überrascht, wo der 2,5-GbE-Anschluss das System ausbremst und für wen sich die FS200T dennoch lohnt.
Hardware & Speicher: SATA-SSDs statt rotierender HDDs
Im Gegensatz zu klassischen DiskStation-Modellen mit mechanischen Festplatten ist die FS200T als reines All-Flash-System konzipiert. Bestückt wird das NAS mit 2,5-Zoll SATA-SSDs.
Wer bisher ein herkömmliches HDD-RAID betrieben hat, merkt den Unterschied im Alltag sofort. Der größte Vorteil liegt nicht nur in den Übertragungsraten, sondern vor allem in den extrem niedrigen Zugriffszeiten. Wenn mehrere Nutzer gleichzeitig auf Dateien zugreifen oder Hintergrunddienste laufen, rattert hier kein Lesekopf mehr. Zudem bleibt das System im Betrieb leise. Die technischen Daten im Detail:
Technische Daten
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Prozessor: Intel Celeron J4125
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Taktrate: 2.0 (Basis) / 2.7 (Turbo) GHz
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Arbeitsspeicher: 4GB DDR4 ab Werk, bis zu 8 GB in Summe
- 2 x USB 3.2 Gen 1-Port
- 1 x 2,5GbE sowie 1 x 1 GbE LAN-Port
Überraschend für mich war: Die Synology FS200T läuft auch mit Festplatten und es lässt sich sogar ein Volume erstellen. Stand ist Ende Juli 2026, ggf. hat Synology hier in Zukunft einen Riegel vorgeschoben. Ebenfalls gab es keine Probleme mit sogenannten nicht-kompatiblen SSDs, hier kam nur der Hinweis dazu, Betrieb war einwandfrei möglich.
Prozessor & Performance: Lob für die CPU-Leistung
Obwohl Synology bei der Prozessorwahl auf eine bereits etablierte, ältere CPU-Generation setzt, schlägt sich das Herzstück im Alltag erstaunlich gut. Die CPU-Leistung ist absolut ausreichend, um neben den reinen Dateidiensten auch rechenintensivere Aufgaben zu stemmen. So hat der Prozessor die 200 Vorschaubilder in etwa 2 Minuten erstellt, während meine DS1621xs+ mit Intel Xeon CPU dafür 10 Sekunden länger gebraucht hat. Ein solcher Test lässt etwas mehr an dem, was man bemerkt und fühlt zu, statt ausschließlich Benchmarks zu vergleichen.
- 6-BAY DESIGN: Bietet 6 Einschübe für 2,5" Laufwerke und unterstützt sowohl HDD- als auch SSD-Laufwerke.
- KOMPAKTES MINInas: Das platzsparende Design des FS200T macht es ideal für den Einsatz in beengten Umgebungen.
Der Flaschenhals: Warum 2,5 GbE das All-Flash-System ausbremst
Der größte Kritikpunkt an der FS200T liegt eindeutig an der Netzwerkschnittstelle. Während bereits ein einzelner Verbund aus SATA-SSDs mühelos den Datendurchsatz klassischer Netzwerke ausreizt, spendiert Synology dem Gerät primär einen 2,5-GbE-Port.
Rechnerisch liegt die theoretische Bruttorate von 2,5 GbE bei rund 312,5 MB/s (2,5 GBit/s ÷ 8). In der Praxis – nach Abzug von Protokoll-Overhead durch Ethernet, TCP/IP und Dateifreigabeprotokolle wie SMB oder NFS – sind eher 260 bis 290 MB/s netto realistisch.
Auf der anderen Seite steht das Potenzial der sechs SATA-SSD-Bays: Je nach RAID-Level und Anzahl der verbauten SSDs sind Werte von 500 bis über 1.000 MB/s möglich. Wie viel davon tatsächlich ankommt, hängt zusätzlich von der Anbindung des SATA-Controllers ab – die FS200T nutzt denselben Celeron J4125 wie die DS425+, mit entsprechend begrenzten PCIe-Lanes. Die genaue Zahl variiert also von Konfiguration zu Konfiguration, das grundsätzliche Verhältnis bleibt aber klar:
Potenzial SATA-SSD RAID : [########################################] ~500-1.000+ MB/s (je nach RAID-Level & SSD-Anzahl) Netzwerk-Limit (2,5 GbE) : [############## ] ~260-290 MB/s netto
Das bedeutet in der Praxis: Beim Übertragen von sehr großen Videodateien oder großen Backups wird das Potenzial des SSD-Speichers durch das Netzwerk limitiert. Wer hier eine 10-GbE-Rakete erwartet hat, stößt schnell an die physikalischen Grenzen des verbauten Netzwerkanschlusses.
Wann macht die Synology FS200T im Homelab & KMU-Einsatz trotzdem Sinn?
Trotz des Netzwerk-Flaschenhalses hat das Konzept seine Daseinsberechtigung. Der Vorteil von Flash-Speicher zeigt sich nämlich nicht nur beim sequenziellen Kopieren großer Dateien, sondern vor allem bei den IOPS (Input/Output Operations Per Second):
- Parallele Zugriffe: Greifen im Büro oder Haushalt viele Geräte gleichzeitig auf das NAS zu, bleibt die Reaktionszeit konstant niedrig.
- Reaktionsschnelle Anwendungen: Datenbanken und Webanwendungen profitieren extrem von den verschwindend geringen Latenzen der SATA-SSDs.
- Lautlose Arbeitsumgebung: Da keine mechanischen Festplatten verbaut sind, eignet sich die FS200T hervorragend für Arbeitsräume, in denen Festplattengeräusche stören würden.
- Mini-Größe, aber leistungsstarker 6-Bay-NAS, bereit, Ihre Arbeitsproduktivität zu maximieren
- 6 Laufwerksschächte mit besserer RAID-Flexibilität zur Konfiguration. 5 Zoll HDDs und SSDs; über 220 MB/s Lesen und 190 MB/s Schreiben auch bei verschlüsselter Datenübertragung
Fazit: Für wen eignet sich die Synology FS200T?
Die Synology FS200T ist ein spezialisiertes NAS mit klaren Stärken und einer deutlichen Einschränkung. Wer primär riesige Datenmengen über ein 10-GbE-Netzwerk schaufeln möchte, wird von der 2,5-GbE-Schnittstelle eingebremst.
Sucht man hingegen ein kompaktes, leises und reaktionsschnelles System für das Homelab oder kleine Unternehmen, liefert die FS200T ein sehr solides Gesamtpaket. Trotz des älteren Prozessors überzeugt die CPU-Leistung bei Containern und virtuellen Maschinen, während die SATA-SSDs für minimale Latenzen im täglichen Zugriff sorgen. Ein weiteres Plus: Anders als bei einigen anderen aktuellen Plus-Modellen zwingt Synology hier nicht zu teuren, hauseigenen Laufwerken – laut Hersteller unterstützt die FS200T Drittanbieter-SSDs ohne Funktionseinschränkungen, was gerade für preisbewusste Homelab- und KMU-Nutzer die Anschaffung günstiger hält. Insbesondere da DSM im Vergleich ein ausgeprägt auf Stabilität und relativ einfacher Bedienung ausgelegtes Betriebssystem ist.