Ein KI-natives NAS soll das F6-425 Pro laut TerraMaster sein – ausgestattet mit TOS 7 und dem vorinstallierten KI-Agenten OpenClaw, der Aufgaben in natürlicher Sprache entgegennimmt. Fast noch bemerkenswerter als dieses Marketing-Schlagwort ist aber ein anderes Detail: TOS 7 läuft auf eigenem internen Speicher, der interne USB-Slot bleibt dabei leer und offen für einen eigenen Stick mit Unraid, TrueNAS oder einer anderen NAS-Software – und TerraMaster hat damit grundsätzlich kein Problem, anders als etwa Synology.

Dazu kommt handfeste Hardware mit zwei Mal 10-GbE-Anbindung, sechs klassischen SATA-Bays und drei zusätzlichen M.2-NVMe-Steckplätzen. In diesem TerraMaster F6-425 Pro Test schauen wir uns an, was unter der Haube steckt, wie sich TOS 7 bedienen lässt und ob sich OpenClaw im Alltag als praktikabel erweist.

TerraMaster F6-425 Pro

Hardware & technische Daten: Sechs Bays, 10 GbE und ein KI-Kernel

Das F6-425 Pro positioniert sich klar oberhalb reiner Homelab-Einsteigergeräte. Mit sechs klassischen 2,5″/3,5″-SATA-Bays für HDDs oder SSDs sowie drei zusätzlichen M.2-NVMe-Steckplätzen lässt sich Kapazität und Geschwindigkeit unabhängig voneinander skalieren. Angetrieben wird das Gerät von einem Intel Core i3-1315U, einer Sechskern-CPU aus der Raptor-Lake-U-Generation, die auch in aktuellen Notebooks zum Einsatz kommt. Die technischen Daten im Detail, so wie sie im Testgerät verbaut waren:

Technische Daten

  • Prozessor: Intel Core i3-1315U (6 Kerne / 8 Threads, 2x Performance- + 4x Efficient-Kerne)
  • Taktrate: 1,2 GHz Basis / bis zu 4,5 GHz Turbo (P-Kerne), 0,9 GHz Basis / bis zu 3,3 GHz Turbo (E-Kerne)
  • Arbeitsspeicher: 8 GB DDR5 (Testkonfiguration, Werkszustand), bis zu 64 GB in Summe
  • 6 x 2,5″/3,5″-SATA-Bays für HDD oder SSD
  • 3 x M.2 NVMe 2280 (2x PCIe 4.0 x4, 1x PCIe 3.0 x4)
  • 2 x 10GbE RJ45-Port
  • 2 x USB4 (40 Gbit/s) sowie 2 x USB-A 3.2 Gen 2 (10 Gbit/s) und ein intern verbauter USB-Port
  • 1 x HDMI
TERRAMASTER F6-425 Pro 6 Bay NAS für Kreative und Wirtschaft(Diskless)
  • Creator-Grade-Hardware, ausgelegt für Geschwindigkeit: Angetrieben von einem Intel Core i3-1315U-6-Kern-CPU und 8 GB DDR5-RAM ist der F6-425 Pro Netzwerkspeicher für Content-Ersteller und Medienteams konzipiert. Zwei 10-GbE-Ports liefern über SMB Multichannel bis zu 2090 MB/s, während drei M.2-NVMe-Steckplätze mit Hyper Cache Ihre Festplattenanordnung auf Spitzenleistung halten.
  • TOS 7 AI-Betriebssystem mit OpenClaw Ready: TOS 7 ist ein bahnbrechendes, KI-natives NAS-Betriebssystem, das den OpenClaw-KI-Agenten im Systemkern integriert. Dieses KI-NAS ersetzt die Menünavigation durch Befehle in natürlicher Sprache, verarbeitet KI-Aufgaben standardmäßig lokal und öffnet über 500 APIs für benutzerdefinierte Workflows – alles innerhalb einer neu gestalteten Oberfläche mit über 50 neuen Funktionen.

TOS 7 im Alltag: Vertraut für jeden DSM-Nutzer

Wer bereits mit Synology DSM gearbeitet hat, findet sich in TOS 7 schnell zurecht. Speicher-Manager, Benutzerverwaltung und Systemsteuerung sitzen an nahezu identischen Stellen im Menü wie bei DSM, auch der grundsätzliche Aufbau aus Desktop-Icons und Taskleiste wirkt vertraut. TerraMaster selbst spricht bei TOS 7 von einer kompletten Überarbeitung mit rund 90 Prozent neu gestalteten Icons, über 50 neuen Funktionen und mehr als 1.000 optimierten Detailanpassungen gegenüber TOS 6. Wer aus dem DSM-Kosmos kommt, muss sich also nicht neu einarbeiten, sondern findet bekannte Konzepte lediglich unter neuem Anstrich wieder.

TerraMaster F6-425 Pro

Der interne USB-Port, hier mit einer Verlängerung dessen, da sonst mein USB-Stick nicht gepasst hätte. Genutzt, um ein anderes Betriebssystem installieren / ausführen zu können, wie z. B. Unraid.

OpenClaw in der Praxis: Was der KI-Agent per Sprachbefehl wirklich erledigt

Im Alltagstest musste sich OpenClaw an handfesten Aufgaben beweisen, formuliert einfach in natürlicher Sprache. Die Anweisung, einen Benutzer namens Gustav samt Kennwort und Berechtigungen anzulegen, führte der Agent ebenso zuverlässig aus wie das anschließende Löschen des Kontos. Auch bei der Konfiguration von Vaultwarden und Docker-Containern lieferte OpenClaw überraschend gute Ergebnisse, und selbst die Einrichtung eines VPN-Servers gelang.

Aus Sicherheitsgründen aktivierte der Agent den Zugang allerdings bewusst nicht automatisch, sondern überließ diesen letzten Schritt mir als Administrator – genau an dieser Stelle zeigt sich, dass OpenClaw nicht blind ausführt, sondern an sicherheitsrelevanten Punkten innehält.

Nicht überall lief es rund: Der Befehl, einen freigegebenen Ordner namens „Archiv” mit Schreib-Lese-Berechtigung für Gustav anzulegen, scheiterte. TerraMaster wurde über den Fehler informiert und analysiert die Ursache bereits – angesichts des Beta-Status von TOS 7 und OpenClaw zu verschmerzen, zumal der Hersteller sichtlich bemüht ist, solche Kinderkrankheiten zügig auszumerzen.

Für die Anbindung reichte das kostenlose Kontingent von Google Gemini nicht aus, weshalb ich stattdessen auf die Claude-API umgestiegen bin – für die im Video gezeigten Aktionen mit rund 172.825 eingehenden und 1.853 ausgehenden Tokens genügten dabei 5 US-Dollar und ich habe noch vier davon übrig.

TerraMaster F6-425 Pro

Fazit: Überzeugendes Gesamtpaket – mit einer echten Überraschung bei der Laufruhe

Nach den Wochen im Testbetrieb hinterlässt das F6-425 Pro einen überwiegend positiven Eindruck. TOS 7 ist TerraMaster wirklich gelungen: Wer aus dem DSM-Kosmos kommt, findet sich sofort zurecht, gleichzeitig wirkt die Oberfläche spürbar moderner und aufgeräumter als noch TOS 6. Auch bei der reinen Leistung liefert der Core i3-1315U genug Reserven für Docker-Container, VMs und die alltäglichen NAS-Aufgaben, ohne dabei ins Schwitzen zu kommen.

Besonders bemerkenswert bleibt die Offenheit gegenüber anderen Betriebssystemen: Wer TOS 7 nicht mag oder lieber auf Unraid, TrueNAS oder eine andere NAS-Software setzen möchte, kann das tun, ohne um die Hardware-Gewährleistung fürchten zu müssen – die bleibt bestehen. Lediglich Software-Support für ein Fremdsystem wie Unraid gibt es von TerraMaster verständlicherweise nicht, was aber niemanden überraschen dürfte, der sich bewusst für diesen Weg entscheidet.

Ein letzter Pluspunkt, den ich so nicht erwartet hätte: die Laufruhe. TerraMaster hat sich bei der Dämpfung von Vibrationen sichtlich Mühe gegeben – die speziellen Standfüße bestehen nicht allein aus Gummi und schlucken spürbar mehr als bei vergleichbaren Geräten. Mit sechs 7.200-U/min-Festplatten und dieser Leistungsklasse habe ich selten ein derart ruhiges 6-Bay-NAS im Testfeld gehabt.