Zwei Jahre nutze ich bereits den Synology M2D17 Adapter. Zuerst in meiner DS1517+ und später in meiner DS3018xs. Dabei habe ich einen Read-Write-Cache angelegt, demzufolge zwei m.2 SATA SSDs verbaut. Dabei soll der Synology SSD Cache vor allem die auftretende Wartezeit von Millisekunden, die im macOS Finder deutlicher als im Explorer zu spüren sind, abfangen. Übrigens funktioniert das hervorragend und obwohl der Synology SSD-Berater meinte, ich bräuchte nur 90 GB SSDs kaufen, sind die 250 GB Lese- und Schreibcache zu 99% gefüllt. Denn auch der MailPlus Server und Drive profitieren davon. Doch nach zwei Jahren, soll die Lebenserwartung der Samsung EVO 850 m.2 SATA SSDs erreicht sein. So zumindest prophezeit es der Speichermanager anhand der SMART-Werte.

Erwartete Lebensdauer von SSDs

SSDs haben einen großen Vorteil, die Geschwindigkeit und bei den sinkenden Preisen, führt es zu großer Beliebtheit im Einsatz. Für ein NAS ist es meist noch unerschwinglich, dies als primären Speicher einzusetzen, da zudem ein 10 GbE von Nöten ist, um den Geschwindigkeitsvorteil auszunutzen. Die Technologie der SSDs hat jedoch einen Nachteil:

Mit jedem Schreib- und Löschvorgang nimmt die Lebensdauer der einzelnen Zellen eines Flash-Chip-basierten Speichers ab. Je nach Typ des SSD-Flashspeicher ist die Anzahl von Schreibvorgängen begrenzt. Kommt noch dazu, dass Daten nicht gleichmäßig in die einzelnen Zellen geschrieben werden, können diese Zellen ausfallen. Damit eine gleichmäßige Auslastung der einzelnen Zellen erreicht wird, kommt eine Technik Namens „Wear-Leveling“ oder auf Deutsch gesagt, Verschleiß-Nivellierung zum Einsatz

Wear-Leveling ist eine Technik, die von SSD Controller genutzt wird, um die Lebensdauer eines Speichers zu erhöhen. Das Prinzip dahinter ist einfach: Es werden Einträge aller Blöcke einer SSD gleichmäßig verteilt, um eine ausgeglichene Abnutzung zu gewährleisten. Alle Zellen bekommen dabei die gleiche Anzahl an Schreibvorgängen, um zu vermeiden, dass zu oft im gleichen Block geschrieben wird und die Zelle zu schnell abgenutzt wird.

Synology SSD Cache & die Folgen

 

Was passiert nun, wenn die erwartete Lebensdauer von einer SSD erreicht ist? Der RW Cache ist mit dem Volume verknüpft und ein Ausfall des RW Caches würde zu 2 Problemen führen.

1. Daten die vom Cache noch nicht aufs HDD Volume geschrieben wurden wären verloren.
2. Das HDD Volume würde crashen. 

Beim Volume Crash müssten Kunden den Synology Support kontaktieren um das Volume wiederherstellen zu lassen. Zudem kann keiner garantieren, dass  der Volume Crash keinen Datenverlust mit sich bringt.
Wenn also die SSDs anhand Ihrer Smartwerte melden, dass die Lifetime erreicht ist, wird der Cache automatisch deaktiviert um dies zu vermeiden. Gerade wenn die SSDs im Raid1 laufen sind beide gleichermaßen beansprucht und die Wahrscheinlichkeit eines gleichzeitigen Ausfalls hoch. Die Option die SSDs dennoch auf eigene Gefahr weiterlaufen zu lassen, ist daher nicht eingebaut. 

Fazit

Ich selbst hatte vor zwei Jahren Samsung EVO 850 m.2 SATA SSDs mit 250 GB das Stück und davon zwei gekauft. Leider hat Samsung bei diesen SSDs eine recht geringe Lebensdauer in die SMART-Werte verankert, so dass nun demnächst für mich ein Tausch ansteht. Jedoch möchte ich nicht noch einmal hereinfallen und halte nun Ausschau nach SSDs, welche eine mindestens doppelt, besser dreimal so lange Lebenserwartung haben. Dazu warte ich noch auf Rückmeldung meiner Anfragen und neue Produkte, welche im Februar 2019 erscheinen sollen. 

Persönlich finde ich es schade, dass die Nutzung derart eingeschränkt ist. Im Gegenzug muß man bedenken, der RW-Cache ist im 24/7 Dauereinsatz. Vermutlich wird im herkömmlichen und vorgesehenen Betrieb der von mir angeschafften m.2 SSDs das Lebensende wesentlich später erreicht. Wieder etwas dazugelernt, ich habe mich damit zuvor nicht wirklich beschäftigt gehabt.