Soll ich Seagate IronWolf oder Western Digital Red oder WD Red Pro für mein NAS, meine DiskStation kaufen? Diese Frage musste ich mir stellen und nach vielen Jahren der WD Red in meiner DiskStation, wurde der Platz trotz Aufräumen eng. Auf dem Markt gibt es einige für NAS spezialisierte Festplatten. Alle haben eins gemeinsam: Der Dauerbetrieb ist gewährleistet und besondere Anforderungen vieler Platten eingebaut im NAS wird Rechnung getragen.

Überlegung

Welche Gedanken mache ich mir bei der Auswahl von Festplatten? Zunächst sei festzuhalten: All meine positiven Erfahrungen habe ich stets in Videos weitergegeben. Bei mir kam von Anfang an in der DiskStation die WD Red Serie zum Einsatz. Als es noch die DS213+ war, mussten nur zwei möglichst energiesparsame und zuverlässige Festplatten 24/7 ihren Dienst verrichten. Mit der Neugier wuchsen die Anforderungen und ein Jahr später kam die DS415+, beide WD Red sind umgezogen und haben erst eine und dann eine weitere WD Red dazubekommen.IronWolf

Die Zuverlässigkeit spricht in meinem Fall klar für die WD Red. Die Festplatten funktionieren schließlich noch, Platz ist bei mir Mangelware. Schaue ich mich am Markt nach spezialisierten Platten um, so spielt bei der Anschaffung der Preis eine große Rolle.

Preis

Ungeachtet von Vorlieben und Sympathien gehe ich pragmatisch auf die Suche nach den neuen Festplatten für meine DS1517+. Hätte ich seinerzeit mehr Geld ausgegeben für die verfügbaren 4 TB Festplatten, würden diese heute noch für mindestens ein weiteres Jahr ihre Dienste tun. Somit gehe ich an das aktuelle Maximum für NAS, es stehen 10 TB bei den Seagate IronWolf zur Verfügung und auch HGST bietet 10 TB an. Western Digital hat zum Zeitpunkt meines Posts maximal 8 TB im Angebot und ich kann zwischen den WD Red und der Pro Variante wählen.

Sofort aus dem Rennen waren die HGST Festplatten, mit 48€ pro TB fallen diese preislich aus der Reihe. Meine bisherigen WD Red in der 8 TB Variante kosten mich 38€ pro TB. Mit der Pro Variante werden 50 € für das TerraByte fällig. Da erscheinen plötzlich die HGST gar nicht mehr so hochpreisig, rechnet man es einfach auf den TB-Preis herunter. Jedoch kommt Seagate mit den IronWolf zu 38€ das TB um die Ecke.

Leistung

Was bekomme ich für mein Geld, für die Euro welche ich für’s TerraByte hinlegen muss? Seagate füllt die 10 TB IronWolf NAS-HDDs mit Helium. Ein Siebtel von Luft im Inneren hat gleich mehrere Vorteile. Die rotierenden Platter im Inneren der Festplatte werden durch das Gas weniger gebremst als bei Luft. Dadurch reduzieren sich die Kräfte, welche auf die Platter wirkt. Seagate kann dadurch die sieben in der HDD untergebrachten Platter näher aneinander positionieren. In größtmöglicher Form ausgeführt, wird das Gehäuse vollends ausgenutzt. Die Festplatte dreht mit 7.200 Umdrehungen die Minute und es ist ein 256 MB großer Cache verbaut. Die mittlere Betriebszeit zwischen Ausfällen (MTBF) wird mit 1 Million Stunden angegeben und es werden 2 RV-Sensoren verbaut.

Western Digital füllt alle WD Red (Pro) NAS-Festplatten mit Luft, der Energieverbrauch liegt entsprechend höher. Die WD Red drehen mit 5.400 U/Min. und die Pro mit 7.200 U/min. Es werden jeweils 128 MB Cache verbaut und in den Pro-Modellen ist ein RV-Sensor verbaut.

Reine Rohleistung der Seagate IronWolf, die für den Betrieb bei mir nicht ausschlaggebend ist: 230-250 MB/s. Die WD Red bringt 178 MB/s und die WD Red Pro 205 MB/s.

Laufende Kosten

Im laufenden Betrieb benötigen die Festplatten zudem Strom und wenn ich von 5.400 U/Min. auf Festplatten mit 7.200 U/Min. gehe, müssten diese leistungshungriger sein.

Die Western Digital Red 8 TB Festplatten brauchen im laufenden Betrieb ohne Lese- oder Schreibvorgänge etwa 5,2 Watt. Werden Lese- und Schreibvorgänge ausgeführt, braucht dieses Modell 6,4 Watt. Rechne ich für 4 Festplatten dieser Größe in meiner DiskStation mit den aktuell durchschnittlichen Strompreisen von Verbrauchsrechnern im Internet, komme ich auf Stromkosten für die HDDs von 61€ im Jahr.

Bei der WD Red Pro mit 8 TB sind es im Idle-Zustand auf 5,1 Watt und im aktiven Lese-/Schreibbetrieb auf 7,1 Watt. Für vier dieser HDDs wären das im Jahr etwa 66€ Stromkosten.

Mit 56€ Kosten für Strom im Jahr macht sich der geringere Verbrauch dank Heliumfüllung der Seagate IronWolf 10 TB bemerkbar. Mit 4,4 W Idle / 6,8 W Aktiv und 7.200 U/min. ist die Leistungsaufnahme überschaubar.

Diese Werte halte ich im Hinterkopf und sind nicht ausschlaggebend. Denn ob ich 10 € im Jahr mehr oder weniger bezahle, dafür aber Leistung und ein haltbares Produkt habe, soll mir schlichtweg egal sein.

Angebot
Seagate IronWolf 10 TB, ST10000VN004, interne Festplatte, 8,9 cm (3,5 Zoll), 256 MB Cache, 7200 RPM, SATA 6Gb/s
  • Optimiert für NAS mit AgileArray
  • IronWolf Health Management zeigt dem Benutzer auf kompatiblen NAS-Systemen automatisch mögliche Handlungsoptionen an.

Fazit

Obendrauf bekomme ich bei Seagate 3 Jahre Garantie mit optionalem Rescue Plan, ebenfalls 3 Jahre bei WD für die Red und sogar 5 Jahre für die Red Pro.

Faktisch hat mich persönlich bei meinem Gedankengang die Seagate IronWolf am meisten überzeugt. Heliumfüllung bei nur minimal mehr Verbrauch und wesentlich höherer Leistung als meine WD Red. Zudem das aktuelle Maximum von 10 TB und dazu noch RV-Sensoren sowie bei der DiskStation das IronWolf Health Management. Dabei können Tests sogar geplant werden und meine DiskStation hat automatisiert nicht nur die SMART-Werte unter Beobachtung.

Dazu kommt der TB-Preis und das Wissen, ich hätte seinerzeit nur in den saueren Apfel beissen und die 4 TB kaufen sollen. Deshalb auch gleich das Maximum was der Markt aktuell bietet.