Jedem das Seine und so gibt es sicherlich für den einen oder anderen die Anforderung, so schnell und einfach als möglich WiFi Mesh zu installieren. Ubiquiti hat mir das AmpliFi Instant zum Ausprobieren geschickt und eines ist wahr: Es ist einfach einzurichten, dafür braucht es keine Kenntnisse. Zwei Minuten, naja, ohne Firmware-Updates klappt es bestimmt. Doch kann ein solches Set auf dem deutschen Markt Fuß fassen? Internetanbieter liefern All-in-One-Geräte zur Miete oder zum Kauf und eine FRITZ!Box bringt auf Wunsch auch DECT mit.

Eines noch vorweg: Ich selbst habe weiterhin mein UniFi Netzwerk genau so in Betrieb, wie ich es von jeher gezeigt habe. Das hält mich nicht davon ab, andere Produkte zu testen und auszuloten, für welchen Einsatzzweck es zu gebrauchen wäre. Schließlich fragen oft genug Freunde, Bekannte, Nachbarn und Familie nach und da ist es gut, wenn man nicht mit Kanonen auf Spatzen schießt.

AmpliFi Instant, technisches

Mit einer Abmessung von 99.5 x 97.8 x 33.05 mm und einem Gewicht von 215g gehört AmpliFi Instant wohl zu den kleinsten Routern. Der Stromverbrauch liegt bei 9W und es ist ein Gigabit Ethernet Port verbaut. Dazu kommt der WAN Port am Hauptgerät, sowie ein Touchdisplay, welches über den Zustand des Systems informiert. Mit 2x2 MIMO wird nach WiFi-Standard 802.11ac gefunkt. Bedeutet im Klartext, maximal 300 Mbps im 2,4 GHz Band und 867 im 5 GHz Band.

AmpliFi Instant Mesh System

Alle Geräte aus der AmpliFi Serie können kombiniert werden. Ob AmpliFi Instant Router oder Instant Mesh Punkte spielt erstmal keine Rolle. Dazu kann das bereits von mir gezeigte AmpliFi HD kombiniert werden. Vorteilhaft wäre beispielsweise den AmpliFi HD Router mit seinen 3x3 und damit 450 Mbps bei 2,4, sowie 1.300 Mbps bei 5 GHz mit den AmpliFi Instant zu kombinieren. Dabei geht es um reine WiFi Abdeckung und das als Laie ohne Kenntnisse. Eine Kombination mit UniFi Geräten ist jedoch nicht möglich. Somit kann weder im UniFi Controller ein AmpliFi Gerät eingebunden werden und andersherum.

Einrichtung, kinderleicht

Auspacken, anschließen und AmpliFi App starten. Anschließend hilft der Einrichtungsassistent mit der Frage nach dem WiFi Namen (SSID), dem Schlüssel dazu und ob ein eigenes Kennwort für den Login via App erstellt werden soll. Dabei wird via Bluetooth AmpliFi Instant gefunden, was ein Verbinden nicht notwendig macht für die Einrichtung. Damit spart man sich aufwendige Schritte wie dem initialen Verbinden von einem Netzwerk oder Ähnliches. Folglich merkt man, Ubiquiti legt großen Wert darauf, es so simpel wie möglich zu halten.

Wer AmpliFi Instant mit dem Meshpunkt im Set kauft, braucht diese lediglich mit Strom versorgen. Soll ein weiterer Meshpunkt oder Router hinzugefügt werden, wird dieser von ganz allein gefunden. In der AmpliFi App noch zum Netzwerk hinzufügen drücken und Namen vergeben. Mehr ist an der Stelle nicht notwendig. Zusätzlich bleibt die Konfigurationsmöglichkeit einen Meshpunkt als Accesspunkt zu nutzen. Dabei wird der Uplink dann via LAN realisiert. Ebenfalls besteht die Möglichkeit der bevorzugten Routerverbindung von Clients. Bedeutet soviel, dass beim Access Point Steering der Router bevorzugt wird. Kann sinnvoll sein, sollte im Einzelfall in Erwägung gezogen werden.

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AmpliFi Instant Features

Genau genommen müsste es AmpliFi Features heißen, denn die Funktionen und Steuerung funktioniert über die App identisch auch für AmpliFi HD. Viele Wünsche hat Ubiquiti nach Anwenderfeedback integriert. Sei es eine genauere und dennoch einfache Steuerung eines Gastnetzwerks. Darüber hinaus die Steuerung von Internetzugangsprofilen für Geräte, zum Beispiel von Kindern. Zudem können weitere SSIDs (WiFi Netzwerke) angelegt und auch nur bestimmten AmpliFi Geräten zugewiesen werden.

Genauso wie beim AmpliFi HD kann die Helligkeit der LEDs sowie Anzeige eingestellt werden. Über das Facebook oder Google Konto kann AmpliFi auch Remote gesteuert werden. Persönlich habe ich das nicht getestet, da ich kein Freund davon bin, mein Netzwerk mit diesen Konten zu verbinden. Auch nicht ein Testnetzwerk, es geht um Konsequenz in der Sache. Drei Quality of Service Profile (QoS) sind hinterlegt: Streaming, Gaming oder Normal, je nach Anwendungszweck.

Fazit

Meine persönliche Meinung, AmpliFi an sich wird es schwer haben. Die Hürde ist einerseits der Preis und andererseits die Tatsache, dass in Deutschland Router mit WiFi meist vom Anbieter ausgegeben werden. Selbst für eine günstige Miete monatlich gilt es noch immer den Laien von der Investition zu überzeugen. Hier bedarf es erheblicher Schwierigkeiten mit WiFi, dass ein solches System wie AmpliFi Instant oder HD in Betracht gezogen wird. Schließlich hat AVM mit FRITZ! so Einiges im Angebot und der Laie wird vermutlich auf bekannte Produkte setzen.

Gleichwohl bin ich großer Freund von einfachen Produkten, die zudem stabil und zuverlässig funktionieren. AmpliFi kann der Laie einrichten und muss sich um nichts weiter kümmern. WiFi steht dank Mesh überall zur Verfügung und der Client ist automatisch mit WLAN versorgt. Einfach ausgedrückt, den Rest übernehmen die Geräte. Ubiquiti hat einen sehr guten Job gemacht, ob es jedoch angenommen wird, bleibt fraglich.