Die Besonderheit der Instar IN-8015 Full HD IP-Kamera ist der Wärmesensor. Wer schon einmal mit IP-Kameras eine Überwachung installiert hat weiß, Fehlalarme sind an der Tagesordnung. Im Aussenbereich kommt es deutlich öfter vor als im Innenraum. Nebel, Regen, Schnee, Insekten und durch Wind sich bewegende Sträucher und Bäume sind ein Hauptgrund für Fehlalarme.

Durch den integrierten PIR-Wärmesensor der IN-8015 Full HD sollen Fehlalarme deutlich reduziert werden. Was da dran ist und wie sich die Instar IN-8015 Full HD IP-Kamera bei mir im Einsatz schlägt, hier im Beitrag und Video auf YouTube.

Kriterien

Um eine Empfehlung aussprechen zu können, wird eine IP-Kamera bei mir dauerhaft 24/7 betrieben. Es dürfen keinerlei merkbare Ausfälle auftreten, weder durch massig fehlerhafte Bewegungserkennung, noch durch schwankendes WLAN. Die Kamera muss autonom arbeiten können und gleichzeitig voll kompatibel zur Synology Surveillance Station sein. Selbstredend sind Grundvoraussetzungen einer Kamera und deren ureigene Eigenschaften. 

Instar IN-8015 technisch

Die IN-8015HD ist eine Allround-Lösung für 1080p Überwachung im Innenbereich. Der Kamera-Kopf ist fernsteuerbar und mit Infrarotdioden zur Nachtsichterkennung ausgestattet. Der integrierte IR Cut Filter hingegen erlaubt die Aufnahme von Bildern mit natürlichen, durch das menschliche Auge wahrnehmbaren, Farben. Durch die Verwendung des effizienten h.264 Codecs ist es möglich Videodateien auf die SD-Karte zu speichern, die trotz Ihrer guten Bildqualität eine kleine Dateigröße besitzen.

Leider war es mir mit meinem Mac nur mit dem VLC Player möglich, die AVI-Dateien abzuspielen. Es musste ein AVI-Index erstelle werden, allerdings war damit der Import in Final Cut Pro X nicht möglich. Damit sind alle Aufnahmen im Video aus der Synology Surveillance Station, dass Videobild entspricht 1920×1080 bei 25 fps.

Mit der Instar View App kann ich mich mit der Kamera verbinden und die Schwenk- und Neigefunktion nutzen. Mit 350 Grad horizontal und 100 Grad vertikal deckt die Schwenk- und Neigefunktion quasi den gesamten Bereich vor der Kamera ab.

PIR-Wärmesensor

Das Aktivieren des eingebauten PIR Sensors begrenzt die Bewegungserkennung auf Objekte deren Temperatur sich vom Hintergrund unterscheidet. In den meisten Fällen wird das ein Mensch oder ein Tier vor der Kamera sein, sowie der warme Motor des Autos. Änderungen der Lichtverhältnisse oder Nebel vor der Kamera werden vom PIR Sensor nicht erfasst.

Durch das Koppeln des PIR Sensors mit den Alarmbereichen, erhalten ich nur dann einen Alarm wenn beide Methoden zur selben Zeit auslösen. Ich kann bestätigen, dass die Zahl der Fehlalarme erheblich zurückgegangen ist! Ich habe bewusst unter dem Terrassendach getestet, da sich Nachts die Büsche ständig bewegen. Zudem wird der Bereich von einer weiteren Kamera ohne PIR-Wärmesensor überwacht und somit war ein Vergleich möglich.

Während meine Kamera auf Bewegungen der Sträucher reagierte, blieb dies bei der Instar IN-8015 aus.

Während meiner vier wöchigen Dauertestphase im 24/7-Betrieb an verschiedenen Standorten im Innenbereich und unter dem Terrassendach geschützt, sind ausschließlich positive Alarmmeldungen der Fall gewesen.

Einrichtung & Fernzugriff

Bevor es zur Einrichtung geht, ein Lob an die Entwickler hier in Deutschland. Der Setupprozess, gleich ob über https://install.instar.de oder über die App ist für absolute Anfänger geeignet. Man merkt, die GUI kommt aus Deutschland.

P2P (Peer to Peer) Cloud

Die einfachste Einrichtung des autonomen Betriebs der Kamera erfolgt über die Instar P2P Cloud. Was bedeutet das im Detail? Es müssen weder Portweiterleitungen noch Firewallanpassungen getätigt werden und es ist auch keine DynDNS Adresse notwendig.

Die Kamera wird mit Strom versorgt und ist mit dem Internet verbunden. Danach wird der P2P Cloudserver kontaktiert und die dynamische Adresse wird gemeldet. Der Cloudserver sucht nach der der dynamischen und hilft der Kamera die NAT zu umgehen. Anschließend ist der Zugriff über das Internet problemlos möglich. Ähnliche Technik wird auch bei QuickConnect der DiskStation oder dem TeamViewer verwandt, beides Mal wird keine Portweiterleitung im Router benötigt. Der Dienst ist optional und deaktivierbar!

DynDNS

Alternativ kann ein DynDNS-Dienst genutzt werden, auch hier wird von Instar bei Bedarf dieser kostenlos integriert und ist deaktivierbar, falls eine eigene DynDNS Adresse genutzt werden soll.

In beiden Fällen ist die Einrichtung absolut einfach und für Anfänger geeignet. Selbstverständlich kann die Kamera via IP-Adresse in ein NVR-System integriert werden. Mit der aktuellen Version der Synology Surveillance Station ist der Zugriff über das hinterlegte Kameramodell möglich. Die Nutzung von ONVIF entfällt damit. Hoffentlich integriert Instar an der Stelle noch den PIR-Sensor, so dass die Surveillance Station nicht auf die Bewegungserkennung allein angewiesen ist.

Instar Cloud

Wer die Kamera autonom betreibt, will sich nicht immer nur auf die SD-Kartenaufzeichnung verlassen. Im Diebstahlfall der Kamera, sind die Aufnahmen ebenfalls verloren und eine Überwachung wird ad absurdum geführt. Auf eigene Server kann via FTP-Upload das einfach realisiert werden. Sogar an eine FRITZ!Box mit angeschlossenem Speicher ist ein FTP-Upload möglich.

Alternativ bietet Instar die Instar Cloud an. Jeder Benutzer kann sich testweise für zwei Wochen und einem GB Speicher umsehen und diese testen. Nach der einfachen Einrichtung der Kamera werden Alarmvideos in die Cloud hochgeladen. Verfügbar sind die Aufnahmen nur für den Instar Cloud Benutzer!

Die Instar Cloud befindet sich auf Servern in Deutschland und werden von der Instar Deutschland GmbH betrieben.