Windows 10 auf dem QNAP TVS-473 mit 8 GB RAM als virtuelle Maschine (VM) installieren und via Remote Desktop nutzen. Welche Einstellungen möglich und notwendig sind, wie performant ist die Windows 10 VM in der Virtualization Station?

Voraussetzungen

Mindestens 2 GB RAM sind laut QNAP notwendig. Alle unterstützen Modelle hat der Hersteller hier gelistet. Meine persönliche Meinung geht zu mindestens 16 GB, besser mehr als zu wenig Arbeitsspeicher. Bei den Preisen des RAM sollte sich die Frage ob zu viel nicht stellen. Das QNAP Turbo NAS selbst braucht für Systemdienste und Pakete Arbeitsspeicher und jede Windows 10 Maschine sollte je nach Anwendungsgebiet ordentlich ausgestattet werden.

Für meinen Test hat mir QNAP Deutschland das TVS-473 mit 8 GB RAM und Seagate IronWolf Festplatten ausgeliehen.

Installation & Vorbereitung

Die Installation der Virtualization Station ist einfach über das App Center zu installieren. Nach dem Start der Virtualization Station fordert ein Assistent zur Erstellung eines Virtuellen Switches auf. Dieser wird benötigt, um die Ethernet Schnittstelle(n) der virtuellen Maschine zur Verfügung stellen zu können. Verschiedene Modi des virtuellen Switch erlauben unterschiedliche Anwendungszenarien.

Überbrücktes Netzwerk

Durch Anfügen einer Ethernet-Schnittstelle an einem virtuellen Switch entsteht ein überbrücktes Netzwerk. NAS und virtueller Switch können gemeinsam dieselbe Ethernet-Schnittstelle für High-Speed-Datenübertragung über internes Routing nutzen.

*Portbündelung ist in den folgenden Modi verfügbar: Active Backup, IEEE 802.3ad, Balance-tlb.

Nur-extern-Netzwerk

Hierbei wird eine Ethernet-Schnittstelle für einen virtuellen Switch zur Aktivierung des dedizierten Routings zwischen virtuellen Switches und externen Netzwerken angegeben.

Netzwerk isolieren

Wird einem virtuellen Switch keine Ethernet-Schnittstelle angefügt, entsteht ein isoliertes Netzwerk. Für jede VM muss die IP manuell eingestellt werden, um die Kommunikation zwischen den mit demselben virtuellen Switch verbundenen verschiedenen VMs zu ermöglichen.

Windows 10 installieren

Die Windows 10 Installation ist sehr einfach und im Browser durchzuführen. Drei Möglichkeiten stehen zur Verfügung:

  • Installation über ein Image, z. B. ISO-Datei auf dem NAS
  • Download von Microsoft für eine 90 Tage Testversion (wird durch das Turbo NAS erledigt)
  • Import einer vorhandenen virtuellen Maschine

Virtualization Station unterstützt den Import und Export von VMs. Die Formate *.ova, *.ovf und *.vmx werden von VMs unterstützt, die von VirtualBox und VMWare exportiert werden; während die Formate *.ovf und *.qvm unterstützt werden, um VMs für andere Hypervisoren oder die Virtualization Station auf anderen QNAP NAS-Servern zu exportieren. Virtualization Station unterstützt auch virtuelle Anwendungen, die von VM-Online-Märkten wie Bitnami und VMware Virtual App verfügbar gemacht werden.

Bei der manuellen Installation mit einem ISO-Image und beim Download von Microsoft weise ich der VM die Anzahl der CPU-Kerne, die Höhe des RAMS und die Größe der Festplatte zu. Anschließend startet im Browser die Installation von Windows 10, kein Unterschied zu der eines PCs.

Im Browser kann übrigens jederzeit auf die virtuelle Maschine zugegriffen werden. Zwar ist dies lange nicht so fix wie per Microsoft Remote Desktop, jedoch geht es schnell und ist von überall möglich, auch von Fern und fremden Computern.

Abschließend noch die virtuelle CD mit den QNAP VM-Tools zuweisen und diese installieren. So einfach ist die Installation einer virtuellen Windows 10 Maschine mit der Virtualization Station.

Warum ich zu Seagate IronWolf für mein NAS gewechselt bin.

Leistung

Ich habe versucht die Maschine, bedacht auf die 6 GB RAM, auszulasten. Via Remote Desktop lief es in einer Auflösung von 2560×1440 Pixeln absolut flüssig. Hänger gab es keine, wenngleich ich mich an den Festplattenbetrieb gewöhnen musste. Seit Jahren arbeite ich auf Rechnern mit SSD und einer HDD muss man etwas mehr Zeit geben.

Für viele Anwendungszwecke sehe ich den Nutzen in einer VM auf einem leistungsfähigen Turbo NAS: In der Arztpraxis kann hier ein zentraler Windows Computer virtuell laufen und von Fern darauf zugegriffen werden. So können Hintergrundaufgaben einer Arztpraxis bequem von zu Hause erledigt werden, ohne vor Ort sein zu müssen.