Endlich ohne Steckdose? Was leistet das SNAN 21W Solarladegerät in der Praxis?

Mit 21W und 2 USB-Anschlüssen bei 5V und 2A klingen die technischen Daten des SNAN USB Solarpanels gut. Doch was kommt beim Wetter hier in Deutschland wirklich raus?

Wie gut funktionieren Solarladegeräte in der Praxis wirklich und vor allem wie gut? Stichworte wie kostenloses und unbegrenztes Aufladen von Geräten dank verfügbarer Sonnenenergie werden gern für die Werbung genutzt. Mit einer Umwandlungseffizienz von 23,5% können Geräte sogar schnell geladen werden, dank verfügbaren 5V und bis zu 2A an den USB-Ports.

Der Aufbau

Die drei Solarzellen sind in ein Gewebe aus einer Art Stoff eingelassen und in vier Elemente aufgeteilt. Für den Transport lässt sich das Solarladegerät auf 28,5 cm x 16,5 cm x 4 cm zusammenfalten und wird mit Klettverschluss gehalten.

Am vierten Element befinden sich in einer Tasche die zwei USB-Anschlüsse. Besonders praktisch ist die Aufstellhilfe auf der Rückseite. Diese lassen sich ausklappen, um das Ladegerät besser in Richtung Sonne ausrichten zu können.

Der Aufbau macht einen stabilen Eindruck und dem Gewebe geschuldet ist ein Sturz weniger schädlich, da es gut vom Material abgefangen wird. Ausserdem ist die Oberfläche laut Hersteller wasserdicht (nicht die USB-Anschlüsse), was ich jedoch nicht riskieren möchte.

Lieferumfang

Neben dem Solarladegerät wird in der schlichten Verpackung noch die Bedienungsanleitung beigelegt und vier Karabinerhaken. Hiermit lässt sich das Ladegerät an den vier Ösen befestigen. Wünschenswert wäre noch eine Schnur für die Rucksackbefestigung.

Wie ich teste

Mit dem PortaPow Premium USB + DC Power Monitor messe ich die Stromstärke und Spannung mit einer Genauigkeit von 0,0001 Ampere und Volt.

Geladen habe ich ein iPad Mini 4, welches bei einer Spannung von 5V bei einer Stromstärke von 2,27 A lädt. Damit liege ich über den Werten, was das Solarladegerät liefern kann und das iPad war zu 40% geladen.

Alle Tests habe ich im Juli und August in Deutschland im Jahr 2016 durchgeführt. Damit hatte ich ein sehr unterschiedliches Wetter, von praller Sonne bis hin zu Schleierwolken, wolkigem Himmel und Schatten.

Mit den von mir gemessenen Werten erreiche ich sicherlich nicht das Maximum, was in anderen Regionen erreichbar ist. In einem späteren Video folgt eine Langzeiterfahrung auch aus anderen Orten der Welt.snan2

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Messwerte

Sonne, wolkenfreier Himmel, Mittags

Messwert 1: 4,908 V – 1,907 A – 9,363 W
Messwert 2: 4,757 V – 1,770 A – 8,421 W
Messwert 3: 4,779 V – 1,812 A – 8,665 W
Messwert 4: 4,714 V – 1,679 A – 7,919 W

Warum so viele Messwerte? Bei direkter Sonneneinstrahlung soll der Winkel eine entscheidende Rolle spielen, wie effizient das Solarladegerät arbeitet. Dieser Hinweis ist auch auf den Stoff aufgedruckt.

Bei den Messwerten habe ich somit das Gerät in verschiedene Positionen zur Sonne gebracht. Meinen Maximalwert hatte ich jedoch bei einem Sonneneinstrahlwinkel von etwa 15 Grad.

Cirrostratus Wolken, Mittags

Messwert 1: 3,330 V – 1,169 A – 3,894 W
Messwert 2: 3,274 V – 0,905 A – 2,966 W

Je nach dichte der Wolken habe ich unterschiedliche Werte erreicht. Sicherlich spielt hier die Ausrichtung noch einmal eine Rolle, jedoch kann ich mich in der Praxis nicht immer zur Sonne ausrichten.

Altocumulus Wolken, Mittags

Messwert 1: 4,618 V – 0,687 A – 3,174 W
Messwert 2: 5,107 V – 0,794 A – 4,059 W

Hier wird deutlich, dass zwar die Spannung bei 5,1 V liegt, jedoch die Stromstärke bei 0,79 A. Damit würde das angeschlossene Gerät langsamer laden als bei den Cirrostratus Wolken mit z. B. 0,90 A.

Altostratus Wolken, Mittags

Messwert: 5,193 V – 0,095 A – 0,494 W

Bei dem häufigen Altostratus Wolkenbild habe ich zwar eine Spannung von knapp 5,2V, jedoch lädt das Gerät nur noch mit 0,09 A.

snan1Fazit

Es war nicht anders zu erwarten, für eine hohe Effizienz wird Sonne benötigt. Das haben Solarladegeräte an sich und die Messwerte zeigen die Unterschiede bei typischem Wetter hier in Deutschland.

Wenn ich das Solarladegerät im Hochsommer bei wolkenfreiem Himmel einsetze, so ist das direkte Laden von Smartphones, Tablets oder eBook Readern unproblematisch. Aus reiner Vorsicht jedoch würde ich eine Powerbank dazwischen schalten.

Am Strand ein plötzlicher Schattenwurf, sei es durch einen vorbeilaufenden Menschen oder man wirft den Schatten selbst, kann die Spannung rapide Abfallen und wieder ansteigen. In der Regel sollte das den Geräten nicht schaden, jedoch kann ich mir nicht vorstellen, dass ein solches Verhalten der Elektronik gut tut.

Ein Puffer in Form einer Powerbank, welche gleichzeitig laden und geladen werden kann ist hier empfehlenswert.

Das Solarladegerät wurde freundlicherweise von SNAN zur Verfügung gestellt. Andere in diesem Beitrag und Video gezeigten Produkte wurden käuflich erworben. Die Unterstützung von SNAN hat weder die Meinung, Messungen oder Tests beeinflusst.