QNAP oder Synology? Zwei Premium NAS für Privatanwender mit Intel Celeron Prozessor und genug Leistung für kleine Büros.

DiskStation DS216+II

Bei der DiskStation DS216+II handelt es sich um ein 2-Bay NAS mit der Möglichkeit bis zu 20 TB (2 x10 TB HDDs) an Speicherplatz einzustecken und 1 GB RAM. Features wie Hardware Transkodierung und Hardware Verschlüsselung (AES-NI) sind dabei möglich. Eingesetzt wird ein Intel Celeron N3060 Prozessor, welcher im 1. Quartal 2016 von Intel ausgeliefert wurde. Die CPU hat eine Taktrate von 1,6 GHz und im Turbo bis zu 2,48 GHz.

Das Btrfs-Dateisystem kann bei diesem Modell genutzt werden, alle Vorteile im Videobeitrag hier. Zwei USB 2.0, ein USB 3.0 und ein eSATA Port stehen zum Anschluss externer Geräte und Laufwerke zur Verfügung. Der ambitionierte Privatanwender mit Luft nach oben in der Leistungsfähigkeit wählt mit dieser DiskStation einen optimalen NAS-Server für zu Hause.

Angebot
Synology DS216 + II 2-Bay-Desktop-NAS-Gehäuse
  • Dual-Core-CPU mit AES-NI-Hardwareverschlüsselungsmodul
  • Verschlüsselungsleistung bei über 113,01 MB / s Lesen, 111,66 MB / s Schreiben

intel_celeron_1Die Intel Celeron N3060 CPU ist ein Zweikern-Prozessor mit 2 MB Cache und der Intel HD Graphics 400 Grafikkarte onboard. Das De- und Enkodieren vom H.264, VP8 und AVC-Codec ist mit diesem Prozessor möglich. Zum Einsatz kommen 2 Speicherkanäle und DDR3L-1600 SO-DIMM Arbeitsspeicher. Der Prozessor gehört zur Braswell-Architektur von Intel mit 14nm Fertigung und einem TPD von 6W. (Bild: Intel)

Ersteindruck und Einrichten der DS216+II

QNAP TS-251A

Beim TS-251A handelt es sich um ein 2-Bay NAS mit der Möglichkeit bis zu 20 TB (2 x 10 TB HDDs) an Speicherplatz einzustecken. Es kommen zwei Modelle zum Einsatz, mit 2 und 4 GB RAM. Der Arbeitsspeicher lässt sich auf bis zu 8 GB erweitern (inoffiziell 16 GB). Wichtig ist, jeweils zwei gleiche RAM-Module zu verwenden.

Features wie Hardware Transkodierung und Hardware Verschlüsselung (AES-NI) sind dabei möglich. Eingesetzt wird ein Intel Celeron  Prozessor, welcher im 1. Quartal 2016 von Intel ausgeliefert wurde. Die CPU hat eine Taktrate von 1,6 GHz und im Turbo bis zu 2,48 GHz.

Zwei USB 2.0, drei USB 3.0 und zwei eSATA Port stehen zum Anschluss externer Geräte und Laufwerke zur Verfügung. Zwei Ethernetports mit der Möglichkeit der Link-Aggregation sind verbaut. Der Prozessor ist identisch zu der DS216+II.

Für den Anfänger, Privatnutzer oder auch ambitionierten Privatnutzer bieten beide NAS und Systeme ziemlich genau das gleiche. Das Gleiche ist aber nicht das Selbe und der Unterschied liegt im Detail. Größter Punkt und das macht es in einem Vergleich ungemein schwer: Einen Löwenanteil macht der Geschmack und persönliche Präferenz aus. Dem einen gefällt Windows, dem anderen macOS – Android und iOS wäre ein genauso treffender Vergleich wie DSM und QTS.

Ersteindruck und einrichten des TS-451A

Arbeitsspeicher

Von der Hardware unterscheiden sich die beiden NAS nur geringfügig. Ein ganz klarer Vorteil ist der Arbeitsspeicher des QNAP-NAS. Bei Synology kann ich zwar erweitern, würde aber die Garantie / Gewährleistungsansprüche verlieren. Bedenke ich die verbaute Hardware und die Menge an Funktionen, die beide Premium NAS bieten, sind 4 GB RAM in meinen Augen Minimum, wenn mehr als zwei Benutzer gleichzeitig darauf zugreifen und viele Funktionen und Dienste am Laufen sind. Damit wird meiner Erfahrung durch die Bank weg jede Anfrage an Dienste des NAS deutlich flotter beantwortet und gefühlt mehr Reaktionsgeschwindigkeit vermittelt nunmal mehr Leistung.

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Netzwerk

Deutlich interessanter ist, dass QNAP zwei Ethernetanschlüsse hat. Ja, an einer FRITZ!Box kann das zu Problemen führen, wenn beide mit Link Aggregation verbunden werden, aber ein Switch der 802.3ad beherrscht kostet nun auch nicht die Welt. Braucht kein Privatanwender ist ein Argument, ich finde jedoch der Mehrwert für ein breiteres Publikum ist definitiv vorhanden.

TV & Desktop

Der HDMI-Anschluss hat mich am Fernseher bisher nur bei Asustor NAS überzeugt. Da moderne Fernseher eigene Systeme mitbringen, ist das Streaming in meinen Augen der zentrale Punkt und das können beide NAS ohne irgendein Problem. Argument für den HDMI-Anschluss ist die HybridDesk Station, damit kann das QNAP PowerNAS als Desktop Alternative dienen. Mit 8 GB oder mehr RAM kann ich mir das durchaus vorstellen, nicht jeder Anwender braucht zwangsläufig einen Computer. Ein Tablet und eine virtuelle Windowsmaschine reichen manchen aus, warum also nicht den Nutzen mitnehmen, wenn QNAP die HybridDesk Station anbietet?

Einrichtung

Starte ich die Einrichtung beider NAS, komme ich mit beiden vollkommen einfach ans Ziel. Bei QNAP muss ich mir noch bei der Einrichtung des Volumes Gedanken machen, bei Synology wird es im Assistenten automatisch erstellt und wie ich finde auch noch richtig, als RAID1 und wenn möglich mit dem btrfs-Dateisystem.

Kurz gesagt: Synology macht das Setup fix und einfach wenn ich es so wähle, QNAP ausführlicher, ohne Wahlmöglichkeit von einem Anfänger-Quick-Setup.

DSM & QTS

Die neue QTS-Oberfläche hat enorm viel gewonnen und macht die Verwaltung des NAS erheblich einfacher für Einsteiger und auch Umsteiger! Ab QTS 4.3.2 ist die optische Aufmachung deutlich schicker und die Systemsteuerung einfach und dennoch vollumfänglich aufgebaut.

Synology verfolgt schon länger diese Tugend in der GUI-Gestaltung. Als Anfänger finde ich mich gut zurecht, als fortgeschrittener Benutzer ebenfalls. Und wenn ich die Shell bevorzuge, hab ich dank Linux als Grundlage ebensolche Möglichkeiten. Apropo für diejenigen die es interessiert: Die Kernel Version bei DSM 6.1 ist zum Zeitpunkt meines Videos 3.10.102 und bei QTS 4.3.2 (Beta): 4.2.8.

Als erfahrener Anwender gefallen mir einige Vorzüge der QTS-Oberfläche besser als bei DSM. Der Ressourcenmonitor beispielsweise liefert dem erfahrenen Anwender schneller die Daten, die er sehen möchte. Die Speichernutzung des Volumes mit Verlauf um ein weiteres Beispiel zu nennen oder die feinere Einstellung des Lüfters.

Wieder kurz gesagt: Synology wirkt auf mich etwas hübscher, QNAP macht einen funktionaleren Eindruck. Letztendlich entscheidet auch hier der Geschmack. Denn bin ich offen zu mir selbst: Schön, dass ich den Lüfter so detailliert einstellen kann, ich lasse es sowieso auf Automatik und fahre seit Jahren damit gut, mein NAS steht allerdings nicht im Wohnzimmer.

Was mir positiv auffiel ist, dass das TS-251A über die Weboberfläche im Ruhezustand der HDDs deutlich fixer erreichbar ist als die DS216+II, QTS wird hierbei auf einem Flashspeicher installiert, was die Ursache sein dürfte. Da meine Platten sowieso nicht in den Ruhezustand gehen, sei es dennoch erwähnt.

Dienste & Anpassung

In den Anfängervideos zu DSM und QTS zeigt sich klar, ob Benutzer oder Ordner anlegen, Berechtigungen vergeben und im Netzwerk oder via WebDAV auf das NAS zugreifen, funktionieren diese Abläufe grundsätzlich sehr ähnlich. Der Weg ist vom Prinzip immer der Gleiche und ob ein wenig versierter Anwender nun den Synology oder QNAP-Weg geht, ist unerheblich. Denn Fakt ist: Beide Oberflächen sind einfach gehalten. Wenn mich bei QNAP etwas verwirrt, lasse ich die Finger davon, bei Synology wird es mir gar nicht angezeigt oder kann ich es nicht konfigurieren. Beispiel hierfür ist der WebDAV Server. Da bietet mir QNAP so einige Einstellungen an, die vom Standard aktivierten Einstellungen sind hier jedoch genauso richtig, wie beim weniger umfangreich konfigurierbaren WebDAV-Server von Synology.

Die Gegenfrage stelle ich mir dennoch: Brauche ich das Extra beim WebDAV-Server oder nicht? Ich persönlich ziehe eine einheitliche Berechtigung vor. Ein Benutzer, der auf einen Ordner genannt Daten schreibenden Zugriff hat, hat diesen immer, egal welchen Dienst er verwendet. Ob über den Explorer via SMB, die FileStation im Browser oder über WebDAV. Ergebnis muss für mich als Admin immer sein: Benutzer hat ein von mir an zentraler Stelle definiertes Recht. Andere Admins mögen das anders sehen.

Die Dienste über das Internet erreichen ist bei beiden sehr einfach. DynDNS ist klar, alternativ bietet sich CloudLink oder QuickConnect an. Beides gefällt mir persönlich weniger, ich ziehe definitiv DynDNS vor. Auch hier bringen beide einen DynDNS-Dienst mit, myqnapcloud.com mit wählbarem Subdomainnamen und bei Synology werden einige Domains wie synology.me und myDS.me ebenfalls mit wählbarem Subdomainnamen angeboten.

Die Installation eines gültigen DynDNS-Zertifikates ist dank Let’s Encrypt Integration bei beiden via Assistent sehr einfach möglich. Bei Synology ist es seit DSM 6 und bei QNAP ab QTS 4.3.2 integriert. Zertifikatswarnungen des Browser wegen selbst ausgestellter Zertifikate wird es damit nicht mehr geben. Löblich für alle Einsteiger, die den Weg über eine Zertifizierungsstelle nicht gehen wollen oder können.

Das Betriebssystem und die Oberfläche beider NAS sind sehr umfangreich und nehmen sich von den Funktionen relativ wenig. Ob der Weg zum Ziel nach links oder rechts gegangen wird ist letztendlich egal, er führt bei beiden zum gleichen Ergebnis und das ist wohl ausschlaggebend. Ich beziehe mich hier bewusst auf den Einsatz des NAS im privaten Umfeld mit wenig oder gar keinen Kenntnissen bis hin zum IT-Spezialisten.

Apps

Die installierbaren Apps von Synology und QNAP sind reichhaltig und dennoch verschieden. Die Auswahl von Haus aus scheint bei QNAP deutlich höher zu sein. Findet sich also ein spezieller Einsatz für das NAS, so gilt im Vorfeld unbedingt zu prüfen, welches System für den Einsatz und die App besser geeignet ist. Zwar können bei beiden Modellen Drittanbieterapps installiert werden, was jedoch eine gewisse Abhängigkeit schafft.

Gerade beim Betriebssystemupdate muss dann unter Umständen auf Anpassung der App gewartet werden. Hier kam es bei einigen Community-Entwicklern schon vor, dass entweder keinerlei Anpassung erfolgte oder diese mit deutlicher Verzögerung. Deshalb dann auf die neuen Funktionen von DSM oder QTS verzichten? Ist sicherlich Ansichtssache und das Setzen von persönlichen Prioritäten.

Mobile Apps für den Zugriff auf Dienste und Inhalte des NAS gibt es, wie nicht anders zu erwarten, ebenfalls von beiden. Unter Android und iOS können Daten auf und vom NAS geladen werden, Videos gestreamt oder offline gespeichert werden und vieles mehr. Auch hier nehmen sich beide Hersteller nicht viel.

Die private Cloud

Die private Cloud ist ein breit und sehr verschieden definierter Begriff. Ich persönlich würde es mal als Dropbox & Co. Ersatz bezeichnen. Mit dem NAS ist es bei QNAP und Synology möglich, diese Anforderung sehr einfach und effizient zu realisieren. Bei der DS216+II tut der CloudStation Server mit dazugehörigem Client auf den Computern einen ausgezeichneten Dienst. Daten werden synchron gehalten oder es kann eine Ein-Weg-Synchronisation definiert werden. Freigegebene Ordner sind für die Synchronisation ebenfalls einbindbar, so kann mit anderen Benutzern ein gemeinsamer Pool definiert werden. Versionisierung wird unterstützt, ich kann also ohne die Datensicherung zu bemühen auch Versionen einer Datei selbst zurückgehen und wiederherstellen. Entsprechende Integration in Finder und Explorer sind vorhanden.

QSync von QNAP steht dem nichts nach und bietet hier ein paar mehr Funktionen für die Teamarbeit. So können Unterordner des eigenen QSync-Ordners als Teamordner geteilt werden. Einen freigegebenen Ordner in QSync einbinden ist ebenfalls möglich. Die Versionisierung ist genau wie beim CloudStation Server/Client mit dabei, was gerade bei Office-Dokumenten ein wahrer Segen sein kann. Integration in Explorer und Finder ist ebenfalls vorhanden, ich sehe an der Stelle QNAP mit einigen Mehrfunktionen leicht im Vorteil.

Multimedia

Beim Streamen von Videos kann ich im allereinfachsten Fall auf DLNA setzen. Klappt völlig unkompliziert und meistern beide soweit problemlos. PLEX beispielsweise finde ich als App sowohl bei QNAP und bei Synology bei den Drittherstellern. Das beide mit umgehen können ist klar, im Detail jedoch sind viele Faktoren zu berücksichtigen. So teste ich grundsätzlich via LAN-Verbindung beim TV und WiFi mit einem iPad, da die Vorgaben von Apple strenger sind, als bei Android. Wenn Filme mit entsprechendem Codec vorlagen, gab es keinerlei Ruckler oder Schwierigkeiten.

Die hauseigene und gleichnamige App Video Station ist für mich mein Favorit. Hier bekomme ich für iOS und Android Apps gleich mit, für einige Smart TVs ebenfalls und im Browser kann ich auf meine Videosammlung zugreifen und Filme abspielen. Einzig bei QNAP benötige ich den Flash Player, was hoffentlich bald geändert wird.

Bewertungen von Filmen, Cover, Infos zum Film, Untertitel und vieles mehr funktioniert tadellos mit den hauseigenen Apps beider Systeme.

Mit den mobilen Apps kann ich Filme offline speichern und vom NAS auf Wunsch transkodieren lassen.

Die Wiedergabe eines Videos im H264 Codec auf dem iPhone klappte bei Synology etwas besser. Zwar dauerte es, bis das Video startete, jedoch transkodierte die DiskStation sauberer als das TS-251A. Hier hinkte das Bild mit dem Ton und der Zeit etwas hinterher.

Auch wer seine Audio Station betreiben möchte, findet Freude bei QNAP und Synology. Die Organisation der eigenen Musik, dazugehörige Apps und Offline Wiedergabe sind mit an Board. Internetradio gehört genau wie das Teilen von Musik mit zu den Features unter DSM und QTS. Rein theoretisch lässt sich eine USB-Soundkarte anschließen, so weit bin ich dann jedoch noch nicht gegangen.

Backup

Den Punkt Backup finde ich auch für den Privatanwender sehr wichtig. Bei Synology gibt es Hyper Backup, mit schier unzählen Möglichkeiten eine Datensicherung durchzuführen. Ob lokal, auf USB, zu einem anderen NAS, auch zu QNAP oder in die Cloud wie Amazon Drive, Google Drive oder DropBox sowie vielen anderen ist das selbstverständlich verschlüsselt möglich. Da es sich um ein propritäres System handelt, sind die Daten nicht einsehbar und es Bedarf einer DiskStation und Hyper Backup um eine Wiederherstellung starten zu können. Dafür ist der Funktionsumfang deutlich größer bei Hyper Backup als beim QNAP Pendant Hybrid Backup Sync.

Hier werden die Daten lesbar abgelegt und der Funktionsumfang ist weitreichend. Amazon Drive, Google Drive oder auch DropBox werden nicht angeboten, WebDAV und Amazon S3, Azure, Google Cloud Storage usw. sind im Funktionsumfang dabei.

Ich konzentriere mich hier bewusst auf Backup, denn eine Synchronisation ist für mich persönlich nur eine abgespeckte Datensicherung ohne Versionisierung.