Die neue 8-Bay RS1219+ kommt bewährte Hardware im neuen Formfaktor. Mit seiner kurzen Bautiefe ist die RS1219+ für eine Montage im 2-Pfosten- oder Wandmontage-Rack ausgelegt (Abmessungen: H 8,8cm x B 43cm x T 29,7cm). Zwei Höheneinheiten nimmt die RackStation in Anspruch und ist auf maximal 12 HDDs mit der RX418 und einer weiteren HE erweiterbar.

Synology hat mir die RS1219+ einige Wochen zugesandt und so die Möglichkeit von verschiedenen Tests gegeben. Das Gerät wird im Anschluss wieder an Synology zurückgesendet und es wurde keinerlei Einfluss auf mein Video oder den Post genommen. Selbstverständlich auch keine Bezahlung, sonst wäre es gekennzeichnet.

Hardware der RS1219+

Zuerst die technischen Daten, auf welche bewährte Hardware greift Synology bei der neuen RS1219+ zurück? Ausgestattet mit einer Quad-Core-CPU mit AES-NI­ Hardware-Verschlüsselungsmodul. Dazu kommen vier 1GbE LAN-Ports und die RS1219+ kann mit einer 10GbE-Netzwerkkarte oder einer Dual M.2 SSD-Adapterkarte erweitert werden. Entweder um die Netzwerkbandbreite zu erhöhen oder mittels SSD-Cache die Leistung noch weiter zu steigern.

Der QuadCore 64-Bit Intel Atom C2538 taktet fest mit 2,4 GHz bei einer Verlustleistung (TDP) von 15 W. Zwei RAM-Module nimmt die RackStation auf, es müssen stets zwei gleich große Arbeitsspeichermodule eingebaut werden. Bis zu 16 GB sind möglich, ab Werk kommt die RS1219+ mit 2 GB DDR3L RAM.

Mit einem PCIe x8 Slot kann entweder die M2D17 Dual M.2 SSD-Adapterkarte für SSD-Cache oder eine PCIe-Netzwerkkarte verbaut werden. Auf der Synology Kompatibilitätsliste werden passende 10GbE Ethernet Adapter aufgeführt.

Nicht alle Umgebungen machen eine 10GbE Netzwerkkarte notwendig. So kommt meiner Ansicht nach in SMB-Umgebungen viel häufiger der Datenverkehr mit kleinen bis mittelgroßen Dateien zum Tragen. Hierfür reichen vier LAN-Ports völlig aus und der SSD-Cache spielt seine Stärke aus. Dadurch ist das Speichern solcher Dateien nahezu verzögerungsfrei möglich und heiße Dateien werden vom SSD-Cache abgerufen. Bei mir im Büro hat der SSD-Cache über zwei Jahre hervorragende Dienste geleistet und trotz der Tatsache, dass auch große Dateien übertragen werden, kommt ein 10GbE Netzwerk auch aus Kostengründen aktuell nicht in Frage.

Synology RS1219 + 8 Bay Rackmount-NAS-Gehäuse
  • Quad-Core-2U-NAS mit 8 Einschüben mit AES-NI-Unterstützung und 2 GB DDR3-Speicher, erweiterbar auf bis zu 16 GB
  • Kompaktes Chassis-Design mit der Möglichkeit, in ein 2-Säulen-Rack zu passen

Warum eine RackStation?

Nicht nur der Trend spricht für Mini-Rechenzentren, auch von der Praxis her ist die Montage in einem kleinen Rack oder gar einem Wandrack sinnvoll. Zu der Netzwerkhardware gesellt sich die RackStation platzsparender, als hier eine DiskStation mit entsprechender Höhe hineinzustellen. Der Platzmangel führt dazu, auf entsprechende Hardware angewiesen zu sein. Auch der Prosumer geht oftmals bei der Neuausrichtung einen solchen Weg.

Synology sieht hier den Markt und hat die RS1219+ entworfen. An dieser Stelle wünsche ich mir persönlich eine RS1219xs, mit aktualisierter Hardware der DS3018xs. Wenn schon auf diesen Markt abgezielt wird, sollte man ihn auch gänzlich erschließen.

Welcher Arbeitsspeicher?

Ausgeliefert wird wie schon erwähnt mit 2 GB. Erweitern jedoch lässt sich diese RackStation um zwei 8 GB Module PC3-12000, 204-pin SO-DIMM, DDR3 bei 1.35 Volt um auf 16 GB zu kommen. Parallele Aufgaben werden dank mehr RAM flüssiger ausgeführt, es muss nicht vom RAM auf die Festplatte (SWAP) ausgelagert werden. Damit stehen dem System benötigte Dienste wesentlich schneller bei Bedarf zur Verfügung.

Zudem steigt der RAM-Bedarf, je mehr Nutzer die Dienste der RackStation nutzen. Bei den Preisen für zwei 8 GB Module würde ich persönlich nicht sparen und gleich auf 16 GB erweitern.

Festplatten, leiser = langsamer!

Für Privatanwender kann ich verstehen, wenn das NAS so leise wie möglich sein soll. Bei einer RackStation sehe ich persönlich keinen Grund, langsame Festplatten einzubauen. Ausser, dass Gerät wird ausschließlich für Backup eingesetzt und Geschwindigkeit spielt keine Rolle.

Eine WD Red mit 5.400 U/min ist leise und erreicht etwa 150 MB/s lesend und schreibend. Eine WD Red Pro ist erheblich lauter im Betrieb, dreht mit 7.200 U/min und erreicht etwa 190 MB/s lesend und schreibend.

Achte ich auf den Preis und die Vorzüge des IronWolf Health Managements, kommt für mich nichts anderes in Frage. Die Seagate IronWolf laufen bei mir seit der CeBIT 2017 problemlos 24/7, drehen ab 6 TB mit 7.200 U/min, sind leiser als die WD Red Pro und lauter als die WD Red. Zusätzlich erreichen alle Seagate IronWolf (Pro) ab 6 TB 220 MB/s lesend und schreibend.

Selbst wenn der Flaschenhals des Clients die LAN-Schnittstelle mit maximal 125 MB/s ist, erreichen bereits zwei Clients gleichzeitig theoretische 250 MB/s, bei einer Link Aggregation der RS1219+. Wer also eine RS1219+ mit leisen und langsameren Platten betreibt, sollte sich bei zwei und mehr gleichzeitigen Anwendern auf Engpässe einstellen.

Vorschau
Seagate IronWolf 6 TB
Seagate ST6000VN0041 interne Festplatte IronWolf 6 TB
WD RED 6 TB
WD Red 6TB interne Festplatte
HGST 6 TB
HGST Deskstar IDK 6TB NAS WW 6000GB Serial ATA III - Interne Festplatten (6000 GB, Serial ATA III, 7200 RPM, 3.5 Zoll, NAS, Festplatte)
U/Min. (RPM)
7.200
5.400
7.200
Titel
Seagate ST6000VN0041 interne Festplatte IronWolf 6 TB
WD Red 6TB interne Festplatte
HGST Deskstar IDK 6TB NAS WW 6000GB Serial ATA III - Interne Festplatten (6000 GB, Serial ATA III, 7200 RPM, 3.5 Zoll, NAS, Festplatte)
Preis
ab 52,90 EUR
211,27 EUR
276,68 EUR
Prime
Seagate IronWolf 6 TB
Vorschau
Seagate ST6000VN0041 interne Festplatte IronWolf 6 TB
U/Min. (RPM)
7.200
Titel
Seagate ST6000VN0041 interne Festplatte IronWolf 6 TB
Preis
ab 52,90 EUR
Prime
WD RED 6 TB
Vorschau
WD Red 6TB interne Festplatte
U/Min. (RPM)
5.400
Titel
WD Red 6TB interne Festplatte
Preis
211,27 EUR
Prime
HGST 6 TB
Vorschau
HGST Deskstar IDK 6TB NAS WW 6000GB Serial ATA III - Interne Festplatten (6000 GB, Serial ATA III, 7200 RPM, 3.5 Zoll, NAS, Festplatte)
U/Min. (RPM)
7.200
Titel
HGST Deskstar IDK 6TB NAS WW 6000GB Serial ATA III - Interne Festplatten (6000 GB, Serial ATA III, 7200 RPM, 3.5 Zoll, NAS, Festplatte)
Preis
276,68 EUR
Prime

Leider habe ich als Feedback einige Male die schlechte Verpackung von Amazon erhalten. Deshalb habe ich den Test bei anderen Lieferanten gemacht und mir 1 TB BarraCuda HDDs bestellt, nur um einen zusätzlichen Händler zu nennen, der Festplatten nach Herstellervorgaben verpackt.

Dabei hat Cyberport diese einzeln in speziellen Schaumstoff-Kartonhüllen verpackt. Solltet ihr demnach ungern bei Amazon Festplatten bestellen, hier die Alternativ und ich danke für die Affiliate-Untersützung. Der Test des Lieferanten auf meine Kosten war mir hierbei wichtig.

Danke für die Unterstützung durch den Kauf via meiner Affiliate-Links!

RS1219+ und virtuelle Maschinen

Seit Synology den Virtual Maschine Manager auf den Markt gebracht hat, nahm der Nutzen von leistungsfähigen NAS aus der Plus- und xs-Serie für einen VMM Host deutlich zu. Doch was kann ich von der RS1219+ und virtuellen Maschinen erwarten? Zunächst mal, RAM aufrüsten! Die RackStation an sich läuft mit 2 GB gut. Wenn eine SMB-Umgebung mit 2+ Benutzern der Fall ist, würde ich persönlich auf mindestens 16 GB gehen.

Welche virtuellen Maschinen kommen in Betracht?

Wenngleich Windows einigermaßen auf der RS1219+ läuft, sind die Ansprüche der Benutzer aus meiner Erfahrung sehr differenziert. So laufen einfache Windowsprogramme behäbig und lassen sich via Remote Desktop bedienen. Kommen Programme mit intensivem Plattenzugriff zum Einsatz, ist eine SSD als Grundlage für die VM in der RackStation von Nöten. Übrigens würde ich persönlich immer eine SSD einbauen, auf der dann die virtuellen Maschinen laufen. Lediglich vDSM bildet hier die Ausnahme.

Zweites Feedback vieler, die VMs auf der DS1517+ eingesetzt haben war die mangelnde Prozessorleistung. Kurzum ist die Atom CPU eine Server CPU und nicht für Clientaufgaben optimiert. Während beim Pentium D1508 mehr Befehlssätze integriert sind, muss keine Umwandlung der Anweisung (kompilieren) wie beim Atom C3538 durchgeführt werden. Ergebnis ist, merklich schnellere Windows VMs auf der DS3018xs.

Demzufolge wünsche ich mir die RS1219xs, mit aktualisierter CPU aus der DS3018xs! Mein einziger Einsatz einer VM wäre vDSM und eine Windows-Maschine, welche nicht über die GUI bedient werden muss.

Erweiterung

Sollten acht Festplatteneinschübe nicht genügen, kann eine DX418 mit einer HE angeschlossen werden. Damit erhöht sich die maximale Kapazität auf 12 Festplatten. Grundsätzlich bleibt festzuhalten, Synology ist stets zu den höchstmöglichen Kapazitäten der Festplatten kompatibel. Werden die aktuell 14 TB überschritten, geht davon aus, die 16 TB werden auch in der RackStation laufen.

Synology RX418 4-Bay NAS Server
  • Zuverlässiges Plug-and-Play-Design
  • Grün und einfach zu verwalten

Fazit

Nach 3,5 Jahren (18.11.2014, DS1515+ Ankündigung) und dem Intel Atom C2538, einer Menge Kritik wegen Intels Prozessor Bug, kommt 2018 die RS1219+ mit der gleichen CPU auf den Markt. Viele erwarten eine Desktop CPU, Synology selbst hat hier erklärt, warum das absolut nicht sinnvoll ist.

Synology sieht einen Markt für dieses Produkt, sonst wäre die Investition in die Neuentwicklung nicht der Fall gewesen. Zweimal habe ich es erwähnt und auch zum dritten Mal sage ich:

Bringt die RS1219xs zeitnah auf den Markt mit aktualisierter Hardware der DS3018xs und ich sehe einen Markt für diese neue Produktlinie.

Allein die RS1219+ würde mir persönlich nicht reichen, dafür habe ich zu viel Anwendungen von Synology am Laufen und nutze diese intensiv. Es bleibt abzuwarten, wie der Markt darauf reagiert und ob die Zielgruppe das Produkt entsprechend einsetzt.