Ob der USB 3.0 Hub passiv oder mit eigenem Netzteil die bessere Wahl ist, hängt vom Einsatzzweck ab

Geräte wie USB 3.0 Festplatten brauchen mehr Strom als ein USB-Stick. Aus eigener Erfahrung und Fragestellung bin ich dem auf den Grund gegangen

Gedanken darüber, ob ein USB Hub eine eigene Stromversorgung benötigt oder nicht habe ich mir erst dann gemacht, als ich ein seltsames Verhalten festgestellt habe. Da war mein Dateisystem der mobilen SSD im USB 3.0 Case auf einmal defekt. Eine mobile 2,5″ Festplatte wurde während des Schneidens in Final Cut Pro X einfach ausgeworfen und das, obwohl ich einen hochwertigen USB 3.0 Hub einsetzte, der bislang keine Probleme machte.

Ein Blick in die Spezifikationen

Eigentlich möchte ich mir als Anwender keine großen Gedanken über technische Daten oder Spezifikationen eines Standards machen. Für mich als Nutzer ist bisher immer klar gewesen: Wenn ein vertrauenswürdiger Hersteller ein Produkt anbietet, dann muss es auch problemlos funktionieren. Tut es auch, wenn man den Einsatzzweck und die Vorgaben des Universal Serial Bus kennt.

An einem USB 3.0 Port steht eine Spannung von 4,45 V bis 5,50 V zur Verfügung und eine Stromstärke von 900 mA.

Das bedeutet, wenn ich einen passiven USB 3.0 Hub an einen USB 3.0 Anschluss stecke, stehen für dieses Hubs insgesamt 900 mA zur Verfügung.

USB 3.0 Hub ohne eigene Stromversorgung

Mein im Jahr 2013 vorgestellter inateck USB 3.0 Hub mit Gigabit Ethernet hat viele Jahre gute Dienste geleistet. Ich habe mich allerdings bis vor kurzem auch unbewußt innerhalb der Spezifikationen bewegt. Das bedeutet soviel wie: iPhone angeschlossen, USB-Stick, Card-Reader und eine 3,5 Zoll Festplatte mit eigener Stromversorgung.

Diesen USB 3.0 Hub konnte ich bedenkenlos weiterempfehlen, zumindest wenn es mit den Geräten genau so gehandhabt wird wie ich es tat. Erst als ich zwei externe 2,5″ Festplatten angeschlossen habe, gab es Probleme.

Schließe ich eine zuverlässige und beliebte Seagate Backup Plus 4TB im 2,5 Zoll Format an, so braucht diese 620 mAh bei 3,2 Watt. Damit liege ich noch in der Spezifikation.

Die Toshiba Canvio Basisc 2TB in gleicher Baugröße benötigt 520 mAh bei 2,6 Watt. Jeweils nur eine dieser Platten sind unproblematisch, erst wenn beide gleichzeitig angeschlossen werden, führt es zu Ausfällen.

Der Normalverbraucher macht sich darüber keine Gedanken, ich hatte es bis dato übrigens auch nicht. Gewundert hat mich nur das unwillkürliche Auswerfen unter macOS und einmal die Beschädigung des Dateisystems meiner externen SSD. Ein Recover war in diesem Fall übrigens nicht möglich, der Datenverlust war ärgerlich, aber verschmerzbar.

Ein Blick auf die USB 3.0 Spezifikation verrät, weshalb der Betrieb unzuverlässig bis gar nicht möglich ist.

USB 3.0 Hub mit eigener Stromversorgung

Am stationären Computer zu Hause habe ich sechs USB 3.0 Anschlüsse zur Verfügung. Mir persönlich reicht das nicht aus, es muss ein Hub her. Der Platz am Schreibtisch ist vorhanden, es darf einer mit eigener Stromversorgung sein. Leider hat der Orico USB 3.0 Hub bei mir keine zuverlässigen Dienste geleistet und Ersatz habe ich gar nicht erst vom Hersteller bekommen.

Meiner Recherche nach und in dem von mir angedachten Preisrahmen hat bei Amazon der Anker 60W 7-Port USB 3.0 Hub einen guten Eindruck gemacht. Ich persönlich benötige zwar die Ladeports nicht, aber scheinbar wird es von Verbrauchern so oft gefragt, dass Hersteller diese einbauen.

Ein erneuter Blick auf die Spezifikationen von USB 3.0 sagt mir auch warum: 900 mA reichen zum schnellen Laden einfach nicht aus. Mein iPad 4 mini beispielsweise lädt mit 2,27 A und würde somit von den 900 mA am USB 3.0 Datenport nur sehr langsam geladen werden. Für den multifunktionalen Gebrauch des USB Hubs machen die Ladeports bis 2,1 A durchaus Sinn.

USB 3.0 stört 2,4-GHz-Funk

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Von einem USB 3.0 Anschluss wird das 2,4 GHz Signalsprektrum gestriffen. Bildquelle: Intel

Wenn die Funktastatur nicht mehr richtig oder verzögert reagiert, der Mauszeiger am Bildschirm nur behäbig folgt, kann USB 3.0 die Ursache sein. Der Umstand ist bekannt und Intel hat es in einem Dokument ausführlich erklärt.

Die USB-Sender für kabellose Tastaturen und Mäuse sollten möglichst in USB 2.0 Buchsen gesteckt werden. Wenn wie bei meinem Mac Pro keine USB 2.0 Anschlüsse zur Verfügung stehen, kann ein USB-Verlängerungskabel Abhilfe schaffen.

Von namhaften Herstellern wird ergänzend empfohlen, den Abstand zwischen Sender (Dongle) und Empfänger (Maus / Tastatur) so gering wie möglich zu halten.

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Wird der USB 3.0 verwendet, so stört er das 2,4 GHz Signal. Bildquelle: Intel

Stärkeren Einfluss auf das 2,4 GHz nimmt der USB 3.0 Port dann, wenn Geräte an ihm verwendet werden.

Ein aktiver USB 3.0 Port funkt wie im Diagramm rechts zu sehen maßgeblich im 2,4 GHz Frequenzbereich.

Übrigens gilt dies auch für die Kabel von Kartenlesern oder USB 3.0 Festplatten. Für USB Mikrofone gilt der grundsätzliche Hinweis:

Nicht nur Funktastatur und -Maus können beeinträchtigt werden, auch Bluetoothgeräte. Bei meinen Macs hat es hierbei jedoch keine Probleme mit USB 3.0 und der Magic Mouse und dem Magic Keyboard gegeben.

Offenbar hält sich Apple an den Hinweis, USB 3.0 Hardware besonders zu schirmen.