Mit der My Cloud PR4100 liefert Western Digital das NAS auf Wunsch mit WD RED Festplatten bestückt und adressiert Pro Anwender.

Die technischen Daten lesen sich gut, ein vier Kern Intel Pentium N3710 Prozessor mit 1,6 bis 2,56 GHz und vier GB RAM. Obwohl Intel sagt, es gehen hier nur 8 GB, können laut Western Digital bis zu 16 GB eingebaut werden. Ähnliche Erfahrungen habe ich ja schon beim Asustor NAS gemacht und erfolgreich 16 GB verbaut.

Mit zwei Gigabit-Ethernet Schnittstellen, welche sämtliche Formen der Link Aggregation unterstützen sollte es im Netzwerk keinen Flaschenhals geben.

Besonders interessant, die Hardware-Transkodierungsfähigkeit beim PLEX Medienserver. Filme sollen während der Wiedergabe ins entsprechende Format des entsprechenden Geräts ohne Ruckeln und Stocken umgewandelt werden können.

Doch funktioniert das alles so gut, wie Western Digital verspricht?

Angebot
WD My Cloud PR4100 Leergehäuse - Network Attached Storage - 4 Bay NAS Pro-Serie - integrierte Videotranskodierung, Videostreaming - WDBNFA0000NBK-EESN
  • Multifunktionaler Medienserver mit 4 Laufwerksschächten, Intel Pentium N3710 1,6-GHz-Quad-Core-Prozessor, 4GB DDR3L RAM auf zwei Steckplätzen (erweiterbar), 3x USB 3.0
  • Zentraler Speicher zum Organisieren von Medien und zur Verbesserung Ihres Workflows, dabei schnelle und einfache Einrichtung sowie ein robuster Gerätemanager mit My Cloud OS 3; Unterstützung für Konfigurationen mit RAID 0, 1, 5, 10, JBOD und Spanning

Anschlüsse & Gehäuse

Auf der Vorderseite befindet sich oben ein Display, Statusinformationen werden angezeigt und können mit den Pfeiltasten durchgeblättert werden. Ein Ein- und Ausschalter, damit lässt sich das Gerät auch herunterfahren. Im Menü des My Cloud Betriebssystems habe ich nur Standby gefunden.

Ein USB 3.0 Anschluss auf der Vorderseite und die USB-Copy Taste.

Vier Festplatteneinschübe, welche anders ausgeführt sind als bei mir bekannten NAS-Systemen anderer Hersteller. Es werden keine Laufwerkskäfige benötigt und ebenfalls keine Schrauben. Der Laufwerkseinschub wird geöffnet und die Festplatte kommt entgegen, der Federmechanismus ist stark genug jede Platte herauszuschieben.

Um die HDD wieder einzuführen diese einfach gegen die Feder drücken und den Laufwerkseinschub verschließen. Eine Sicherung mit einem Schlüssel würde ich mir an der Stelle noch wünschen, auf der Rückseite gibt es auch ein Kensington Schloss und würde auf der Vorderseite die Konsequenz solcher Sicherungen fortführen.

WD Red Pro WD6002FFWX 6 TB interne Festplatte (SATA 6Gb/s, 8,9 cm (3,5 Zoll), 7200rpm)
  • Festplatte speziell für NAS-Lösungen mit 8 bis 16 Laufwerkschächten für mittelgroße bis umfangreiche NAS-Umgebungen.
  • Die exklusive NASware 3.0-Technologie sorgt für nahtlose Integration, robuste Datensicherheit und optimale Leistung bei Systemen in anspruchsvollen NAS-Umgebungen.

Auf der Rückseite Reset Taste, 2 x USB 3.0, 2 x Gigabit Ethernet und 2 x Stromzufuhr, es wird ein Netzteil mitgeliefert. Das Kensington Schloss hatte ich schon erwähnt und der riesige Lüfter. Schauen wir uns kurz die Lautstärke ein. Beim Einschalten verhält es sich wie gleich zu sehen. Im Normalbetrieb hört es sich dann so an.

Wichtig an der Stelle ist noch zu erwähnen, wenn das PR4100 mit HDDs gekauft wird, sind die angegebenen Kapazitäten reine Nettowerte. Sagt Western Digital 8 GB, sind 4 x 2 TB drin. Mit einem RAID5 bleiben da aber keine 8 GB, genauso wenig wie bei 16, 24 oder 32 TB, so wie die verkauften Größen sind. Gleiches gilt für das 2-Bay NAS aus der Reihe, das PR2100 bei 8 TB stehen 4 TB zur Verfügung, wenn RAID 1 genutzt wird und ganz ohne Ausfallsicherheit einer Platte würde ich ein NAS nicht ernsthaft betreiben.

Einrichtung der My Cloud NAS

Die Einrichtung führe ich wie üblich im Browser durch, IP-Adresse des NAS eingeben und dem Assistenten folgen. Alternativen über die Cloud gibt es auch, finde ich aber persönlich unbequemer.

Der Assistent zum Setup ist in wenigen Schritten durchlaufen. Sprache einstellen, Lizenzbedingungen zustimmen, Adminkennwort ändern und Cloud-Setup. Schon ist das My Cloud PR4100 eingerichtet und die Startseite des Betriebssystems zeigt die wichtigsten Infos auf einem Blick. Von den 8 TB netto sind im RAID5 jetzt knapp 6 TB frei. Die Firmware Aktualisierung geht einfach und schnell von der Hand, das NAS lädt diese selbständig herunter und aktualisierst sich selbst.

My Cloud Oberfläche

Die Oberfläche ist einfach gehalten und man findet sich auch ohne Vorkenntnisse einfach zurecht. Wie im Punkt Speicher unter RAID zu sehen wurde automatisch ein RAID5 erstellt, die automatische Neuerstellung ist leider nicht aktiv. Würde ich eine defekte Festplatte tauschen, sollte der Wiederaufbau des RAID nicht von alleine laufen. Also aktiviere ich die Neuerstellung einmal.

Der RAID Modus kann geändert werden, alle Daten gehen dabei jedoch verloren. Zur Verfügung stehen wie üblich JBOD, die Aufteilung womit alle Platten zu einem großen Volume zusammengefügt werden, RAID0 um die höchste Performance zu erzielen, die Spiegelung mit RAID1, standardmäßig beim 4-Bay NAS RAID5 und eine RAID10 Konfiguration wäre auch möglich, also eine Kombination aus RAID1 und RAID0.

Angebot
WD My Cloud PR2100 Leergehäuse - Network Attached Storage - 2 Bay NAS Pro-Serie - integrierte Videotranskodierung - WDBBCL0000NBK-EESN
  • Multifunktionaler Medienserver mit 2 Laufwerksschächten, Intel Pentium N3710 1,6-GHz-Quad-Core-Prozessor, 4 GB DDR3L RAM, 2x USB 3.0
  • Integrierte Videotranskodierung zum Streamen von HD-Inhalten mit Plex und schnellem sowie effizientem Zugriff auf Ihre Medien via PC, Mac und Mobilgerät

SMART-Werte finden sich im Datenträgerstatus und auch hier noch einmal schön zu sehen, es sind 4 x 2 TB im 8 TB Modell verbaut.

iSCSI und virtuelle Volumes sind mit dem WD NAS ebenfalls möglich.

Benutzer und Gruppen lassen sich sehr einfach anlegen und konfigurieren. Die Assistenten sind auf ein Minimum des Nötigen beschränkt, was insbesondere Anfänger freuen dürfte. Der Zugriff auf einen Freigabeordner für den Benutzer erfolgt mit drei Buttons, schreiben, lesen oder kein Zugriff. Ein Benutzerkontingent wird für das gesamte Volume festgelegt.

Der Assistent hält die Erstellung mehrerer Benutzer gleichzeitig bereit und bietet auch das importieren von Benutzern.

Wie bei NAS üblich kann die Konfiguration von Zugriffsrechten und Kontingenten auch per Gruppe erfolgen, was die Verwaltung bei sehr vielen Benutzern erheblich vereinfacht.

Freigaben lassen sich ebenso einfach erstellen, per Schiebereglern können Einstellungen getätigt werden, was schön aussieht und wie schon erwähnt für Anfänger einfacher ist.

In einer Ordnerfreigabe kann ich Benutzerzugriffe verwalten, Gruppen sind nicht aufgeführt.

Der einfache Zugriff über das Internet kann über den Cloud-Zugriff konfiguriert werden, ich persönlich bevorzuge die manuelle Einrichtung, so dass ich selbst festlegen kann, wie auf mein NAS zugegriffen werden kann und mit welchen Diensten.

Ein kurzer Überflug zu den Einstellungen zeigt, dass einiges auf bekannt einfache Art und Weise konfiguriert werden kann. Der Netzwerkpapierkorb lässt sich aktivieren, gelöschte Dateien sind somit nicht sofort gelöscht sondern zunächst im Papierkorb auf dem NAS. Eine automatische Löschung alle x-Tage kann eingestellt werden. Was ärgerlich dabei ist, lösche ich eine Datei am Tag 29 um 20 Uhr Abends und der Papierkorb wird am 30. Tag automatisch gelöscht, ist meine Datei von gestern auch weg. Eine erweiterte Konfiguration für diese vermeintliche Kleinigkeit würde ich mir wünschen, alle Dateien gelöscht vor zehn Tagen alle 30 Tage löschen halte ich für sinnvoller.

Was in der Oberfläche fehlt: Gerät ausschalten. Ruhezustand und Neustarten funktioniert, aber Ausschalten geht wohl nur durch langes Halten der Ein- und Ausschalttaste am Gerät.

Apps installieren

Einige wenige Apps lassen sich zum My Cloud-System hinzufügen. Die wohl interessanteste App dürfte hier der Plex Media Server sein. Auf dem My Cloud NAS wird die Hardwaretranskodierung unterstützt, was Filme während der Wiedergabe in das richtige Format für das Anzeigegerät umwandelt. So ist beispielsweise ein iPad nicht mehr abhängig, dass das richtige Format für einen Film zur Wiedergabe vorliegt, der Plex Media Server profitiert hier von der potenten Hardware und kann die Mechanismen zur Live-Umwandlung beim Streamen nutzen. Soviel zumindest zur Theorie. Eine im UHD 4K Format vorliegende, 420 MB große MKV-Datei hat ca. 2 Minuten gebraucht, bis der Stream begonnen hat. Dabei war die CPU auf nahezu 100% Auslastung.

Bei einer 1 GB großen MP4-Datei im UHD 4K Format ging es fixer, jedoch pausierte der Stream dabei mit der Meldung, mein Server sei nicht stark genug.

Mit 1080p Filmen gab es erwartungsgemäß keine Probleme. Für mich persönlich wäre der UHD-Stream wichtig, der Fernseher beherrscht nativ diese Auflösung.

Geschwindigkeit Lesen / Schreiben mit Windows 10

Wie üblich lasse ich den Geschwindigkeitstest hier mit einer aktiven Netzwerkkarte und einem Standard Windows 10 Rechner ohne zusätzliche Firewall oder Virenscanner laufen. Kein System wurde auf Geschwindigkeit optimiert und zum Einsatz kommt der NAS Tester. Out of the Box mit RAID5 liefert das WD My Cloud PR4100 eine ordentliche Geschwindigkeit und bewegt sich nahe am Maximum der Netzwerkschnittstelle von 125 MB/Sek.

WD Red 4TB interne Festplatte SATA 6Gb/s 64MB interner Speicher (Cache) 8,9 cm 3,5 Zoll 24x7 5400Rpm optimiert für SOHO NAS Systeme 1-8 Bay HDD Bulk WD40EFRX
  • Leiser Betrieb, Geräusch- und Vibrationsschutz, auf Zuverlässigkeit im Dauerbetrieb getestet. Einsatz in kleinen Büros und Home-Offices. Integriert sich nahtlos in Ihr NAS-System mit bis zu 8 Laufwerkschächten
  • Mit der WD eigenen Software NASware 3.0 für die besonderen Systemanforderungen von NAS-Umgebungen ausgelegt

Fazit

Wer mit dem Gebotenen des WD My Cloud PR4100 befriedigt ist, erhält ein solides NAS-System mit ordentlicher Leistung ganz ohne das Optimierungsmaßnahmen ergriffen werden müssen. Die Verwaltung des NAS erfolgt sehr einfach in der Benutzeroberfläche und ist auch für Anfänger geeignet. Die Möglichkeit von 16 GB RAM sind klasse, jedoch sehe ich keine Notwendigkeit hierfür, da die angebotenen Dienste kaum so viel Arbeitsspeicher in Anspruch nehmen dürften.

Ideal halte ich das NAS von WD für all diejenigen die sich mit der Materie nicht auseinandersetzen wollen. Auspacken, leicht konfigurieren und nutzen ist die Devise. Der Zugriff für alle Betriebssysteme ist einfach, erfolgt sehr schnell und das Streaming via Plex oder DLNA ist absolut ausreichend.

Ist der Wunsch nach mehr Möglichkeiten da, bieten sich NAS von Asustor, QNAP oder Synology eher an. Dort ist die Konfigurationsmöglichkeit weitreichender, erfordert allerdings auch mehr Wissen wie dies einzustellen ist.

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