Ich installiere Windows 10 auf der Synology DiskStation DS415+ mit 8 GB RAM mithilfe des Virtual Machine Manager. Welche Einstellungen möglich und notwendig sind, wie performant ist die Windows 10 VM im Virtual Machine Manager?

Voraussetzungen

Mindestens 4 GB RAM sind laut Synology notwendig. Zudem ein Volume mit dem btrfs-Dateisystem, sowie mindestens DSM 6.1.2 oder neuer. Aktuell befindet sich der Virtual Machine Manager noch in Betaphase, alle zum Zeitpunkt kompatiblen Modelle laut Synology sind:

  • 17-series: FS3017, FS2017, RS4017xs+, RS18017xs+, RS3617xs+, RS3617xs, RS3617RPxs, DS3617xs, DS1817+, DS1517+
  • 16-series: RS18016xs+, RS2416+, RS2416RP+, DS916+
  • 15-series: RC18015xs+, DS3615xs, DS2415+, DS1815+, DS1515+, RS815+, RS815RP+
  • 14-series: RS3614xs+, RS3614xs, RS3614RPxs
  • 13-series: RS10613xs+, RS3413xs+
  • 12-series: DS3612xs, RS3412xs, RS3412RPxs
  • 11-series: DS3611xs, RS3411xs, RS3411RPxs

Hier kommt aber die DS415+ nicht vor. Auf der Synology DiskStation DS415+ Virtual Machine Manager installieren funktioniert über die manuelle Installation im Paket Manager. Unter diesem Link die aktuelle Version von VMM herunterladen und installieren. Es sollten wie bei mir mindestens 8 GB zur Verfügung stehen, ansonsten wird Windows 10 extrem langsam und ist zäh zu bedienen.

Virtual Machine Manager installieren

Aktuell noch in der Betaphase, später entfällt der Schritt, Beta-Versionen anzuzeigen. Im Paketzentrum unter den Einstellungen Tab Beta „Ja, ich möchte die Beta-Versionen sehen!“ anhaken und bestätigen.

Virtual Machine Manager

Es ist nun darauf zu achten, dass auch installierte und produktiv genutzte Anwendungen als Beta angezeigt werden, sofern verfügbar. Deshalb das Automatische Update für kritische Apps auf der DiskStation deaktivieren. Andernfalls werden auch Anwendungen wie Surveillance Station, CloudStation oder Hyper Backup ungewollt auf Betastatus gebracht.

Virtual Machine Manager einrichten

Mit dem ersten Start des Virtual Machine Manager wird der Assistent zur Einrichtung des Virtualisierungs-Cluster aufgerufen. Alle Einstellungen werden vorgeschlagen und können übernommen sowie geändert werden. Sollte eine SSD für das Speichern der virtuellen Maschine vorhanden sein, kann dieses Volume ausgewählt werden. Andernfalls das Volume 1 oder ein beliebiges dafür vorgesehenes Volume.

Sollte der Open vSwitch noch nicht aktiviert worden sein in den Netzwerkeinstellungen, holt der Assistent dies jetzt nach. Im Anschluss ist der Virtual Machine Manager eingerichtet und der Host konfiguriert.

Windows 10 installieren

Zur Vorbereitung lade ich die notwendigen Images bereits im Virtual Machine Manager. Zuerst die Synology Guest Tools, was über den gleichnamigen Button geschieht. Diese enthalten den QEMU Gast Agenten und die benötigten Treiber für virtuelle Windows-Rechner. Ganz besonders wichtig für die Installation, da andernfalls keine Festplatte erkannt wird vom Windows Setup Assistenten.

Eine Windows ISO-Datei kann ich vom PC hochladen oder auf dem Synology NAS auswählen. Damit sind alle Vorbereitungen getroffen, jetzt kann die virtuelle Maschine hinzugefügt werden.

Im Punkt Virtuelle Maschine diese über den Button erstellen konfigurieren. Namen vergeben, Anzahl der Prozessorkerne, Arbeitsspeicher und Grafikkarte einstellen. Die ISO-Datei für den Systemstart ist die eben hinzugefügte Windows-ISO-Datei. Vorkonfiguriert sollte an der Stelle die zusätzliche ISO-Datei mit den Synology Gast Tools sein. Wenn nicht, diese ebenfalls hinzufügen. Die Größe der virtuellen Festplatte festlegen und bei Bedarf weitere erstellen.

Warum ich zu Seagate IronWolf für mein NAS gewechselt bin.

Beim Netzwerk den Standard lassen oder ein zuvor erstelltes dediziertes Netzwerk angeben, falls erforderlich. USB 3.0 Unterstützung bei Bedarf aktivieren, gleiches gilt für den Autostart. Wenn die DiskStation gestartet wird, soll die VM ebenfalls hochgefahren werden. Da bei mir die DiskStation 24/7 läuft, ist das unnötig.

Nach dem Einschalten folgt der übliche Windows Setup Assistent. Die benutzerdefinierte Installation ist richtig, da zusätzliche Treiber vom virtuellen CD/DVD-Laufwerk geladen werden müssen. Andernfalls kann keine Installation erfolgen!

Leistung

Bei meiner DS415+ mit 8 GB RAM und bei meiner DS1517+ mit 16 GB RAM kommt der Intel Atom Atom C2538 zum Einsatz. Auch wenn die virtuelle 10 Maschine mit 8 GB RAM ausgestattet wird, so ist eine Steigerung der Performance durch Auslagerung auf SSD machbar. Die Grenzen werden dann durch die CPU erreicht, schließlich soll das NAS für die eigentlichen Aufgaben ebenfalls gerüstet sein. An Programme wie Adobe Photoshop oder Lightroom ist bei meinen DiskStations nicht zu denken.

Was jedoch definitiv gut funktioniert ist: Eine virtuelle Maschine die lediglich Dienste bereitstellt oder zu Hauptzeiten der NAS-Dienste gar nicht benötigt wird. Dann ist dies eine denkbare Variante, auch für die oben genannten Modelle. Beliebtes Beispiel aus meinem Support-Altag sind Ärzte. Die Praxissoftware, Quincy um ein Beispiel zu nennen, kann zu Hause am Wochenende nicht bedient werden. Für Abrechnungen oder alltägliche Aufgaben, die im hausärztlichen Betrieb nicht möglich sind, muss extra zur Praxis gefahren werden.

Hier kann die virtuelle Maschine auf der DiskStation ein kostengünstiges Modell sein. Per VPN verbinden, Microsoft Remote Desktop und einem Arbeiten von Fern in der Praxis steht nichts mehr im Wege.