Eins gleich vorweg, ich nutze noch immer mein UniFi Netzwerk wie im August 2016 beschrieben. Zufrieden bin ich, wenngleich einige Firmware Updates der Access Points rückgängig gemacht werden mussten. Dennoch ist es wichtig, ab und an einen Blick über den Tellerrand zu werfen. Deshalb durfte ich vor wenigen Wochen bei meinen direkten Nachbarn ein AVM Mesh Netzwerk aufbauen. Zufrieden sind sie, zum Spielen mit der PS4 wünscht sich der Sohn jedoch weniger Latenz im PowerLine Netz. 

Somit kann ich von meiner Seite nur sagen, offen bleiben und nicht eingefahren auf einen Hersteller. Da weder UniFi noch Synology das aussergewöhnlich schnelle WireGuard VPN unterstützen, läuft bei mir bis heute mit größter Zufriedenheit ein Brume. Dieser bietet uns den VPN Zugang mit bisher höchster Geschwindigkeit und möchte ich nicht mehr missen. Unterwegs verlasse ich mich nicht auf Hotelnetzwerke, sondern etabliere mit dem Slate unser eigenes Netzwerk, inklusive DS620slim. Dementsprechend liegt es nahe, sich den GL.iNet Cirrus LTE mal näher anzusehen.

Was ist der GL.iNet Cirrus eigentlich?

Wie üblich kommt bei GL.iNet OpenWRT zum Einsatz, was alle Geräte vollumfänglich ausstattet. Bedeutet im Klartext, Router, Access Point und Bridge. Dazu kommen Dienste wie WireGuard VPN, OpenVPN und Tor. Den Einsatzzweck hier auf einen Wireless Access Point mit LTE zu reduzieren wäre falsch. Ausserdem bietet OpenWRT die Möglichkeit, Pakete zu installieren und die Fähigkeiten des Geräts für viele Einsatzzwecke zu erweitern. Erleichtert wird die Bedienung durch die aufgeräumte, selbst erklärende und in deutscher Sprache verfügbare Weboberfläche. Dagegen können versierte Anwender selbstverständlich die erweiterten Einstellungen in der Web-GUI aufrufen oder traditionell via SSH den Cirrus konfigurieren.

Letztendlich bestimmt der Einsatzzweck, was der Cirrus eigentlich ist. Daher ist ein Blick auf die technischen Daten sinnvoll, damit abgeschätzt werden kann, ob Cirrus überhaupt in Frage kommen kann.

Die technische Ausstattung des GL.iNet Cirrus

Eigentlich heißt der Cirrus ja GL-AP1300LTE oder GL-AP1300 und LTE lässt schon erahnen, in welche Richtung dieses Modell geht. Doch zuerst zu den Gemeinsamkeiten. Ausgestattet sind beide Versionen mit einer 717MHz SoC Quadcore CPU und 256MB RAM, sowie 128MB Speicher für installierbare Pakete. Das Wireless Modul funkt im 2.4GHz Netz mit maximal 400Mbps und mit 5GHz maximal 867Mbps nach 802.11a/b/g/n/ac. Darüber hinaus kann der Anwender entscheiden, ob via 802.3at POE oder mit Netzteil der Strom geliefert wird. Ebenfalls stehen bei beiden Geräten je ein LAN und ein WAN Gigabit Port zur Verfügung. 

Während bei der LTE-Version zwei externe Antennen verbaut sind, wurden beim GL-AP1300 diese intern verbaut. Übrigens ist das Mini PCIe Modul austauschbar und mit vielen Herstellern kompatibel, was selbstredend für die LTE-Version gilt. Als WireGuard Server schafft Cirrus maximal 192 Mbit/s, zum Vergleich mein Brume kommt hier auf 280 Mbit/s. Somit bleiben 24 MB/s, wenn Cirrus als WireGuard Server arbeiten soll. 

Für wen und welchen Einsatz ist Cirrus interessant?

Auf Grund meiner Zufriedenheit mit UniFi und Brume als WireGuard VPN Server, kommt Cirrus bei mir produktiv nicht zum Einsatz. Es gibt schlichtweg keinen Zweck, so ehrlich will ich an der Stelle auf jeden Fall sein. Dennoch ist mein Setup nicht Maß aller Dinge und viele Jahre im Kundensupport haben mir hochinteressante Netzwerke und Einsatzmöglichkeiten gezeigt. Beispielsweise könnte den ein oder anderen das LTE-Fallback interessieren. Besteht keine Internetverbindung via WAN, wird automatisch auf LTE ausgewichen. Oder andersherum, WAN interessiert überhaupt nicht, es kommt ausschließlich LTE zum Einsatz. Gerade wenn Datenvolumen keine Rolle mehr spielt, durchaus denkbar.

Offen gesagt würde ich nach meiner Erfahrung ein OpenWRT Gerät so manch anderen LTE-Routern vorziehen. So schön die FRITZ!Box Oberfläche ist, GL.iNet kann da ganz gut mithalten. Nur in Punkto Zuverlässigkeit hat Cirrus die Nase vorn. Bisher ist es mir bei noch keinem Gerät von GL.iNet passiert, Slate, Mango, Brume und Mudi, dass eine WiFi Verbindung nicht zustande kam, abgebrochen ist oder aus unerfindlichen Gründen langsam geworden ist. Gleiches kann ich von meinen UniFi Access Points behaupten, daher rührt auch meine Zufriedenheit.

50€ mehr für eine FRITZ!Box

Letztendlich denke ich, auf dem deutschen Markt muss sich jedes Produkt für den Heimanwender stets mit einer FRITZ!Box messen. Daher fällt mir die FRITZ!Box 6890 ein, gut 50€ teurer und dafür mit vier Ethernetanschlüssen und deutlich schnellerem WiFi. Schließlich wird es immer Argumente für das eine oder andere Produkt geben. Daher ist meiner Meinung nach der Cirrus eher ein Produkt für all diejenigen, die sich mit dem sehr stark individualisierbaren OpenWRT auseinandersetzen möchten. Da ist jeder Einsatzzweck so eigen, dass eine grundlegende Empfehlung für oder gegen eine FRITZ!Box oder den Cirrus falsch wäre. 

GL.iNET GL-AP1300-LTE(Cirrus-LTE) Zugangspunkt für Unternehmensdecken Netzwerke, EMEA, 400Mbps(2,4G)+867Mbps(5G) Kombiniert Wi-Fi, 128MB RAM, Open VPN, OpenWrt/LEDE Vorinstalliert, Cloudflare DNS,
  • [4G LTE DECKEN ROUTER] 4G LTE-Signal an Wi-Fi übertragen, 300Mbps (2,4G) + 867Mbps (5G) Kombinierte Wi-Fi-Geschwindigkeit, Watchdog vorinstalliert, PoE-Stromversorgung unterstützt (PoE-Adapter nicht im Lieferumfang enthalten), Watchdog vorinstalliert, EMEA (EP06-E Modul installiert).
  • [OPEN SOURCE & PROGRAMMIERBAR] OpenWrt/LEDE Vorinstalliert, durch Software-Repository unterstützt.

Wer sich Einsatzzwecke des Herstellers und deren Sicht einmal ansehen möchte, sollte dem Link hier folgen