Die neue Synology DiskStation DS918+ mit 4 GB RAM und vier Festplatteneinschüben. Obendrein bietet der Nachfolger der DS916+ zwei M.2-Slots für extrem schnelle NVMe SSD. Doch Synology hat bei der DS918+ noch mehr getan.

Die Synology DS918+ ist ein 4-Bay NAS, welche ohne Erweiterung mit vier 2,5 oder 3,5 Zoll Festplatten oder SSDs bestückt werden kann. Auf der Unterseite befinden sich zwei M.2-Kartenschächte für die Aufnahme von 2280er SSDs. Wichtig zu wissen ist, dass die SSDs ausschließlich für den Lese- und Schreibcache nutzbar sind. Ein Volume kann davon nicht für die Nutzung erstellt werden. Mehr zum Thema Lese- und Schreibcache habe ich im Video hier beschrieben.

DS918+

Ergänzend lässt sich die DS918+ mit der Erweiterungseinheit DX517 per eSATA erweitern. Damit stehen weitere fünf Festplatteneinschübe zur Verfügung. Zum Zeitpunkt meines Posts sind das eine maximale Rohkapazität von 40 TB und 90 TB mit DX517. Effektiv nutzbar sind im RAID5 damit 30 TB ohne Erweiterung und 80 TB mit DX517. Angetrieben wird die DS918+ von einem Intel Quadcore Celeron J3455 mit 1,5 GHz und 2,3 GHz im Turbo. Vier Gigabyte Arbeitsspeicher werden ab Werk geliefert und offiziell sind 8 GB möglich.

Synology DS918+ 4 Bay Desktop NAS Gehäuse
  • Leistungsstarke und skalierbare 4-Bucht-NAS für wachsende Unternehmen
  • Verschlüsselter sequentieller Durchsatz bei über 225 MB / s Lesung und 221 MB / s Schreiben

Die Sache mit dem Arbeitsspeicher für die DS918+

Ohne den Virtual Machine Manager und mit nur wenig MailPlus Server Konten reichen die 4 GB wahrscheinlich locker aus. Dass DSM flüssig läuft und sämtliche Pakete ebenfalls, sollte vorausgesetzt werden können. Wenn die DS918+ doch an die Grenze kommt, können offiziell weitere 4 GB nachgerüstet werden. Gesamt hat das System dann 8 GB zur Verfügung. Für ein NAS mit geringen RAM-Anforderungen von System und Software reicht das allemal.

Folgender Crucial Arbeitsspeicher mit 4 GB ist kompatibel = 8 GB Gesamtspeicher

Erst wenn tatsächlich eine virtuelle Maschine oder einige Docker Images laufen, DSM virtualisiert werden soll, kann mehr als 8 GB RAM sinnvoll sein. Wer diesen Anwendungsfall hat, kann über 12 GB RAM nachdenken. Hier werden einfach zusätzliche 8 GB in das freie Modul gesteckt.

Mit diesem RAM-Modul werden 12 GB erreicht:

Sollen es 16 GB RAM sein, so sind die folgenden RAM Bausteine kompatibel und wurden von mir persönlich in der DS918+ getestet. Hierbei muss das original Synology Modul entfernt werden. Da kommt man problemlos ran, es ist kein Werkzeug notwendig.

Angebot

Wie sieht es mit Gewährleistung oder Garantie aus? Offiziell sagt Synology, nur mit original Synology RAM kann geprüft werden, ob ein Fehler im Gewährleistungsfall an der Hardware oder dem Benutzer liegt. Es spricht jedoch nichts dagegen für eine solche Prüfung den original Arbeitsspeicher wieder zu installieren und die anderer Hersteller zu entfernen. So kann auch selbst zunächst geprüft werden, ob ein Defekt unter Umständen am RAM liegt. Übrigens konnte ich nicht feststellen, dass die DiskStation Informationen in nichtflüchtigen Speicher hinterlegt, welcher RAM Baustein jemals verbaut wurde.

Welche Festplatten für die DS918+?

Nachdem ich mit den Western Digital RED in den letzten fünf Jahren sehr gute Erfahrungen gemacht habe, entschied ich mich Anfang 2017 zum Wechsel. Da der Speicherplatz knapp wurde, wollte ich nicht wieder zu sparsam sein und nur einen Zwischenschritt ausführen. Deshalb entschied ich mich für die NAS-Festplatten mit dem größtmöglichen Speicherplatz bei gleichzeitig bestem Preis-Leistungsverhältnis. Meine Entscheidung viel auf die Seagate IronWolf 10 TB mit Heliumfüllung und 7.200 U/min. Alle Details dazu und weitere Beweggründe habe ich hier beschrieben.

Mir waren die WD Red Pro einfach zu laut und die Anschaffungskosten zu hoch und der Stromverbrauch überstieg den der Seagate IronWolf. HGST waren seinerzeit nicht verfügbar. Bei seinerzeit 100€ Mehrkosten, könnte ich sogar den Defekt einer IronWolf ausserhalb der Garantiezeit mit einer Neuanschaffung kalkulieren. Heute liegen die HGST vom Preis gleichauf.

Demzufolge würde ich die Entscheidung davon abhängig machen, wie viel ich investieren möchte oder kann und ob leisere WD Red mit 5.400 wichtig sind oder mehr Leistung bei 7.200 der IronWolf oder HGST im Vordergrund stehen.

Der SSD Cache der DS918+

Je nachdem für welche Zwecke die DiskStation eingesetzt wird, kann der SSD Cache den Zugriff und die Reaktion deutlich beschleunigen. In Folge dessen reagieren bei der DS918+ auch Apps wie die Note Station oder die PhotoStation deutlich fixer, da wenn häufig mit diesen gearbeitet wird, automatisch ein Teil auf die SSDs ausgelagert wird. Sogenannte heiße Daten, diejenigen welche oft angefragt werden, werden dann von der SSD, dem Cache bedient. Auch beim Lesen und Schreiben kleinerer Dateien profitiert der Nutzer enorm.

Gefühlt ohne jede Verzögerung lassen sich Dateien bis etwa 6 MB, so meine Erfahrung, auf die DiskStation speichern, wenn der SSD Cache vorhanden ist. Verzeichnisse mit vielen Dateien schneller angezeigt und auch das Lesen ist enorm fix.

Samsung 960 EVO MZ-V6E250BW Interne Solid State Drive (250GB)
  • NVMe SSD ausgestattet mit Samsung V-NAND Technologie
  • Bis zu 3.200MB/s sequentielle Lese- und 1.500MB/s Schreibgeschwindigkeit

Synology setzt bei der DS918+ auf NVMe SSDs, welche erheblich schneller im Zugriff sind als SATA-SSDs. Die hier verlinkte Samsung EVO 960 hat bis zu 3.200MB/s sequentielle Lese- und 1.500MB/s Schreibgeschwindigkeit. Die DiskStation kann damit umgehen und der SSD-Cache ist in jedem Fall schneller als die beiden Netzwerkschnittstellen auch im BOND es Clients zur Verfügung stellen könnten.

2 x 1.000 MBit = 2.000 MBit?

Des weiteren kommen bei der DS918+ zwei Gigabit-Ethernet Ports zum Einsatz. Diese lassen sich mit entsprechendem Switch nach 802.3ad LACP, auch Link Aggregation genannt zu einem BOND verbinden. Damit stehen satte 2.000 MBit/s zur Verfügung. Was soll das bringen, wenn ein Client mit WiFi oder 1.000 MBit/s zugreift?

Der Zusammenschluss der zwei Gigabit-Ethernet LAN Ports bringt vor allem dann etwas, wenn mehrere Benutzer im Netzwerk gleichzeitig darauf zugreifen. So kann die DiskStation viele Zugriffe bedienen, ohne dass die LAN-Schnittstelle den Flaschenhals darstellt. Schon bei zwei gleichzeitigen Zugriffen ist ein deutlicher Geschwindigkeitsschub bemerkbar. Dabei gilt auch der Zugriff via Apps als solcher.

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Wichtig zu wissen ist, dieser Zusammenschluss funktioniert nur an einem Switch, der ebenfalls 802.3ad LACP beherrscht. Auch wenn es Modi gibt, welche an Consumer Switches funktionieren sollen, kann dies zu Problemen führen. Insbesondere in Kombination mit einer FRITZ!Box und externem Zugriff hatte ich bei Kunden immer wieder Schwierigkeiten.

Ein sehr empfehlenswerter und gleichzeitig preiswerter Switch kommt von Zyxel. Die Zyxel GS1900-Serie ist einfach zu bedienen von der Oberfläche her und der BOND ist damit in weniger als einer Viertelstunde eingerichtet. Hierbei sollte dann LAN1 zu LAN1 des Routers gehen und alle weiteren Geräte am Switch angeschlossen werden. Andernfalls schafft man sich weitere Flaschenhälse. Achtung, leider hat der Zyxel standardmäßig die IP 192.168.1.1 und steht nicht auf DHCP. Das ist einmal schnell manuell eingestellt und auch notwendig.